Rückenwind 03/2019

12 FAHRRADDIEBSTAHL Fahrraddiebe: Keine Angst vor Polizei SOKO Bike befristet bis Oktober – Konzentration auf Einzeltäter Vor der SOKO Bike der Bonner Polizei brau- chen Fahrraddiebe offenbar kaum Angst zu haben. Die im März gebildete, vierköpfige Ermittlungsgruppe, die der ADFC ausdrück- lich begrüßt, darf vorerst nur bis Oktober arbeiten. Und sie konzentriert sich bislang nur auf Einzeltäter. Fahrraddiebstähle werden seit Jahren im Bon- ner Polizeipräsidium als Kavaliersdelikt be- handelt. Die Zahl der Diebstähle ist hoch, 2018 wurden fast 3.200 Fahrräder gestohlen, in nur 136 Fällen wurden die Täter ermittelt. Die Auf- klärungsrate ist damit auf schlechte 4,3 Prozent gesunken. Es ist also fast ohne Risiko, in der Region ein Rad zu stehlen. Entsprechend schlecht steht Bonn im bundes- weiten Vergleich da. In der Kriminalitätsstatis- tik des BKA für 2018 erreicht Offenbach eine Aufklärungsquote von immerhin 26,6 Prozent, gefolgt von Fürth mit 23,8 Prozent. Es geht also doch, die Täter von Fahrraddiebstählen zu ermitteln. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 9,1 Prozent. Und das ist immerhin noch mehr als doppelt so hoch wie die 4,3 Prozent in Bonn. In der Statistik der Großstädte, in denen das Risiko am größten ist, Opfer eines Fahrraddieb- stahls zu werden, liegt Bonn mit Berlin in der Spitzengruppe – ein wenig schmeichelhafter Spitzenplatz. 825 Fahrraddiebstähle kommen auf 100.000 Einwohner in Bonn. In der NRW- Fahrradhauptstadt Münster wird allerdings noch mehr geklaut, die Stadt liegt bundesweit auf Rang 3 mit 1.400 Diebstählen auf 100.000 Einwohner. SOKO Bike seit März in Dienst Insofern war es eine gute Entscheidung, in Bonn und Köln Ermittlungsgruppen zu grün- den, die gezielt Fahrraddiebstähle aufklären Fahrraddiebstähle nehmen in der Region seit Jahren zu, während die Aufklärungsrate nach unten geht. Foto: Michael Hagn/VHS Pfaffenhofen

RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=