Rückenwind 03/2019

30 JUNGER ADFC Was kann Radfahren zur Verbesserung des Weltklimas beitragen? Und was muss getan werden, um diesen Effekt hervor- zurufen? Philip Müller und Rebecca Pe- ters haben Julia van Allen von Fridays for Future Bonn getroffen und mit ihr über Schülerdemos, Radfahren und mögliche Unterstützung gesprochen. Rückenwind: Hallo Julia. Danke, dass du dir die Zeit für uns ge- nommen hast. Kannst Du dich unseren Lesern zunächst einmal kurz vorstellen? Mein Name ist Julia. Ich bin 15 Jahre alt, komme aus Bonn-Oberkassel und mache bei den Fri- days For Future (FFF) Bonn mit, gehe regel- mäßig zu unseren Tref- fen, helfe bei der Sammlung von Spenden und moderiere Demos. Es ist mir wichtig, dass wir der Politik Impulse geben und Druck aufbauen. Aber ebenso liegt mir am Herzen, dass wir als Schüler uns gegenseitig motivieren und darüber aufklären, welche Probleme der Klimawandel bewirkt und was wir als Einzelperson und als Gesellschaft dagegen unternehmen können. In Bezug auf das Fahrrad ist mir besonders wich- tig, dass eine regionale und nationale Verkehrs- wende umgesetzt wird. Ich fahre fast täglich mit dem Fahrrad zur Schule nach Königswinter und bin in meiner Freizeit oft mit dem Rad unterwegs. Man kann viele Strecken mit dem Fahrrad fahren und ist häufig sogar schneller als mit dem Auto. Außerdem finde ich, dass Fahrradfahren verbindet. Uns interessiert natürlich, was Fridays For Fu- ture überhaupt ist. Kannst du uns kurz etwas Radfahren für besseres Klima Was der Verkehrssektor zum Erreichen der Klimaziele beitragen kann über die Gruppe und ihre Forderungen erzählen? Fridays For Future ist ein Zusammenschluss aus ganz vielen Schülern und auch Studenten, die sich regelmäßig treffen, um dann gemein- same Aktionen wie z.B. Demonstrationen zu organisieren. Wir stellen Forderungen, damit sich etwas ändert in puncto Klimapolitik. Am 08. April haben wir diese Forderungen an die Bundesregierung veröffentlicht. Darin geht es kurz gesagt um das Einhalten der Ziele des Pariser Kli- maschutzabkommens, den Kohleausstieg, die Erreichung des 1,5°- Ziels und eine dras- tische Reduktion des CO 2 -Ausstoßes. Das Thema Verkehr betref- fend haben wir auch schon Forderungen für Ende 2019 genannt: CO 2 -Steuern oder eine CO 2 -Bepreisung. Wir möchten keine weiteren Subventionen von fossilen Energieträgern, die momentan noch 45 Milliarden Euro jährlich betragen. Hast du denn den Eindruck, dass sich schon etwas regt auf euren Protest hin? Habt ihr als Gruppe das Gefühl, vor allem hier in der Region Bonn/Rhein-Sieg, durch eure Aktivitäten schon etwas erreicht zu haben? Beim Thema Müll haben wir erreicht, dass es ein größeres Bewusstsein gibt. Es gibt über unsere Demos hinaus auch viele Müllsamme- laktionen in der Freizeit. Beim Thema Verkehr haben wir direkt leider noch nichts erreicht, gerade auch, weil unsere Forderungen an die Regierung das Wort Verkehr nicht explizit her- vorheben. Bei Forderungen, die wir an die Stadt Foto: privat Julia van Allen

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