Rückenwind 03/2019

65 RIDE OF SILENCE Wer sich aufmerksam im Straßenraum bewegt, wird bestimmt schon das ein oder andere Mal scheinbar willkürlich abgestellte, weiße Fahrräder bemerkt haben. Es handelt sich dabei um soge- nannte Ghost Bikes, welche in vielen Städten auf der ganzen Welt ein Mahn- mal für getötete und verletzte Fahrrad- fahrer darstellen. Sie sollen Passanten und andere Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam machen, dass an dieser Stelle ein Fahrradfahrer ums Leben ge- kommen ist. In Bonn finden sich davon bis dato drei Stück, die von den Hinterbliebenen in Zusammen- arbeit mit dem ADFC aufgestellt wurden. Zu einem dieser Ghost Bikes führte ein Ride of Silence, eine jährlich am dritten Mittwoch im Mai weltweit stattfindende Gedenkfahrt für im Straßenverkehr verletzte und getötete Fahr- radfahrer, zu dem der ADFC eingeladen hatte. Rund 60 Radfahrer und Radfahrerinnen waren dem Aufruf gefolgt, um in einer weitestgehend stillen Fahrt ihrer Trauer um die Unfallopfer Ausdruck zu verleihen. Die Strecke führte die Ride of Silence in Bonn ADFC erinnert an verletzte und getötete Fahrradfahrer vorwiegend weiß gekleideten Teilnehmer unter Begleitung der Polizei vom Hofgarten aus zu einem Ghost Bike in Tannenbusch, das an der Kreuzung Hohe Straße/Schlesienstraße an einen Pedelec-Fahrer erinnert, der im Jahr 2016 an dieser Stelle bei einem Unfall mit einem abbiegenden LKW getötet wurde. Nach einer Schweigeminute hielt Satu Ulvi, 2. Vorsitzende des ADFC Bonn/Rhein-Sieg, eine kurze Anspra- che, in der sie auf die Gefahren für Radfahrer hinwies und die Wichtigkeit unfallpräventiver Maßnahmen unterstrich. Im vergangenen Jahr kamen vier Radfahrer und vier Fußgänger in Bonn und im Rhein- Sieg-Kreis ums Leben. Hinzu kommen über 1.400 Verletzte; täglich kommen also etwa vier Radfahrer und Fußgänger in der Region zu Schaden. Insbesondere abbiegende und mit zu geringem Abstand oder überhöhter Geschwin- digkeit überholende Fahrzeuge stellen eine Gefahr für Radfahrer und Fußgänger dar. Der ADFC erinnert daher an den beim Überholen geltenden Mindestabstand von 1,50 Meter, wel- cher zwingend einzuhalten ist. Philip Müller Trauerfeier im Gedenken an alle im Verkehr verletzten und ums Leben gekommenen Radfahrer Foto: Otfried Klein

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