Rückenwind 03/2019

66 VERKEHRSPOLITIK Schnelle Radverbindungen werden in der verkehrspolitischen Diskussion im- mer wichtiger. In allen Parteien finden sich mittlerweile Befürworter von Rad- schnellwegen und Radpendlerrouten. Diese haben die Bedeutung dieser neuen Art von Infrastruktur erkannt – für den Klimaschutz und auch zur Vermeidung des drohenden Verkehrsinfarkts. Das ist auch in der Region Bonn/Rhein-Sieg nicht anders. Obwohl bisher noch kein Meter Radschnellweg bei uns realisiert wurde, geben die jüngsten Entwicklungen Anlass zur Hoff- nung, dass sich dies in einigen Jahren ändert. Radschnellweg Alfter – Bonn – Troisdorf/ Niederkassel (rot) Nach Beschlüssen vom Rat der Stadt Bonn und vom Kreistag Rhein-Sieg ist dieser Rad- schnellweg beim Land beantragt worden. Eine Machbarkeitsstudie hierfür liegt seit November 2018 vor; aus ihr ergibt sich ein z.T. sehr hoher Nutzen aller Teilstrecken dieser Route. Die Routenführung verläuft im Bonner Kernbereich entlang des Tausendfüßlers der Autobahn 565, Schnelle Radverbindungen Eine Übersicht über aktuelle Entwicklungen in unserer Region weshalb eine Integration der Bauplanung in den Tausendfüßler-Umbau angestrebt wird. Dies lehnt der Landesbetrieb Straßen.NRW bislang allerdings ab. Oberbürgermeister, Landrat und der ADFC möchten aktuell beim Landesverkehrsminister Wüst (CDU) noch ein- mal darauf hinwirken, dass der Schnellweg in den 2021 beginnenden Tausendfüßler-Umbau integriert wird. In diesem Fall würde zumindest der zentrale Teil dieser Route relativ zeitnah (bis 2027) realisiert. Radpendlerrouten aus dem Rechtsrheini- schen nach Köln (grün): Diese Routen sind Teil eines gemeinsamen Projekts der Stadt Köln mit ihren rechtsrheini- schen Nachbarstädten und ‑kreisen. Hier wurde bewusst ein Ausbauniveau als Radpendlerroute angestrebt. Eine Machbarkeitsstudie liegt seit Dezember 2018 vor, auch hieraus ergibt sich ein hoher Nutzen aller Routen. Im März 2019 gab es ein einstimmig positives Votum im Rhein- Sieg-Kreis, dieses Projekt weiterzuverfolgen und in den nächsten Planungsschritt einzustei- gen. Angestrebt wird eine Realisierung im Rah- men der Regionale 2025 im Bergischen Land. Trotz des positiven Grundsatzbeschlusses sind die bislang favorisierten Streckenführungen aus Sicht des ADFC nicht unproblematisch. Die Routen im Einzelnen: • Niederkassel — Porz Favorisiert wird hier ein neu zu bauender Radweg entlang der Umgehungsstraße L269. Aus Sicht des ADFC ist eine derart weit von den Wohngebieten entfernte Führung nur zu befürworten, wenn tatsächlich ein kreu- zungsfreier Radschnellwegstandard realisiert wird. Ansonsten wäre eine Führung als Fahr- radstraße innerhalb der Siedlungsgebiete zu bevorzugen. • Troisdorf – Porz Favorisiert wird hier eine Führung ab Troisdorf- Bahnhof über die B8 bis nach Spich. Der ADFC Radschnellwege sind Landesstraßen gleich- gestellte Verbindungen, die sehr hohen Stan- dards (4 m Breite, Trennung vom Fußverkehr, Kreuzungsfreiheit mit dem Kfz-Verkehr usw.) genügen. Sie sind für ein 25 km/h-Pedelec- Tempo ausgelegt und sollen für den All- tagsverkehr, gerade auch den Berufsverkehr, attraktiv sein. Unter dem Begriff der Radpendlerroute firmiert der „Radschnellweg light“. Hier wird der Radschnellweg-Standard zwar an- gestrebt, Ausnahmen sind aber möglich. Die Pendlerroute liegt in der Baulast der Kommune(n) und nicht des Landes, es sei denn, sie verläuft entlang einer Landes- oder Bundesstraße.

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