BAD AACHEN 11-2023

46 | BAD AACHEN 11/23 STADTHISTORIE Im Bund mit dem Beelzebub? Das Centre Charlemagne widmet sich in einer spannenden und hoch emotionalen Ausstellung dem Thema der Hexenverfolgung im Aachener Raum und darüber hinaus. Nichts für schwache Nerven! Von Sabine Mathieu Hexen, Zauberer, der Teufel: Die Grimm‘schen Märchen lehren seit Generationen Kinder und Erwachsene das Gruseln. In der neuzeitlichen Kinderbuchliteratur kamen Sympathieträger wie die Kleine Hexe von Ottfried Preußler oder die freundlichen Zauberer und Hexen aus Harry Potter hinzu. In der Sonderausstellung Mit Feuer zu strafen! Hexenwerk und Teufelsbund im Aachener Raum haben sich Dilara UygunMrozek und Lars Neugebauer nun seriös und wissenschaftlich fundiert mit dem Thema der Hexenverfolgung auseinandergesetzt. Dazu haben sie 160 Exponate aus allen Teilen Deutschlands zusammengetragen, die die bisher dünne Faktenlage über die Hexenverfolgung in Aachen und Umgebung ein wenig erhellen sollen. Gezeigt werden originale Druckschriften von Befürwortern und Gegnern von Hexenprozessen, Gemälde, Filmausschnitte und Repliken von Folterinstrumenten. Sie sollen die Hintergründe nachvollziehbar machen und den Opfern ein Gesicht geben. Dilara Uygun-Mrozek erklärt: „Das Thema der Hexenverfolgungen ist so facettenreich und spannend, dass es leider auch mit vielen falschen Theorien und Mythen behaftet ist.“ Zentrale Themen waren Schadenzauber, Teufelsbuhlschaft und Teufelspakt sowie Flug zum Hexensabbat. Befeuert wurden die Verdächtigungen durch die Kirche und ihren zunehmenden Ketzereiverdacht. Unter den etwa 60000 Opfern im Raum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren 70 bis 80 Prozent Frauen. Die Folter diente als Grundlage zur Wahrheitsfindung, die Hinrichtungen auf dem Scheiterhaufen mutierten zur Volksbelustigung. Kurator Lars Neugebauer erklärt: „Es ist ein relevantes Thema für Aachen, aber wir betten es in die gesamte Geschichte der Hexenverfolgung in Europa ein. Wir wollen erläutern, was damals die rechtlichen Grundlagen für die Hexenprozesse waren. Details können wir nicht nennen, aber die Aachener Prozesse passen durchaus in die Zeit.“ Jagd auf das Böse Zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatte die weit über Europa verbreitete Hexenverfolgung auch unsere Region erreicht. Besonders in Dörfern und abgeschiedenen Orten fielen zahlreiche Frauen, aber auch Männer, einer hysterischen Jagd auf das Böse zum Opfer. Die Folter diente dem Erpressen von Geständnissen und führte meist zu weiteren Beschuldigungen und Denunziationen. Kein Wunder also, dass viele der so grausam Misshandelten ihren Pakt mit dem Teufel gestanden. Die Folter wurde auch gegen andere Gruppen exzessiv angewendet: Ein Jahrhundert nach den Aachener Hexenprozessen streiften die Bockreiter raubend und plündernd durch das Aachener Umland. Der Legende nach sollen sie auf Ziegenböcken Foto: Badische Landesbibliothek Karlsruhe, 1 in Zb 77 Foto: Route Charlemagne Foto: Reiff-Museum der RWTH Aachen University Foto: Route Charlemagne -Aben NOVEMBER Geschenk einbuntes Machen Sie Ihren K DAS KANN JED DRUCKSACH nde. k für die langen tne Kunden und Geschäftspar ! DE DRUCKEREI EN HERSTELLEN? ern Telefon (02 Wer DCM Dru W ner-vo T 2225) 88 93-550 | dcm@druckce | d d k uck Center Meckenheim Gm on-Siemens-Straße 13 | 53340 M enter.de mbH d Meckenheim

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