Rückenwind 03/2020

17 KOMMUNALWAHL tungen im größeren Teilnehmerkreis geben? Wie auch immer, Möglichkeiten zur Kontakt- aufnahme mit den Parteien wird es geben und sei es über E-Mail, Facebook, Twitter & Co. Liebe Leserinnen und Leser, machen Sie die Nagelprobe, sprechen Sie die Kandidaten auf unsere (und damit hoffentlich auch Ihre) For- derungen an. Machen Sie klar, dass sie auch nach der Wahl zu ihrem Wort stehen müssen, denn Radwege in Wahlprogrammen sind noch längst keine Radwege auf der Straße. Themen im Rhein-Sieg-Kreis Natürlich wird nicht nur in Bonn gewählt. Auch im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen sind Kommunalparlamente und Kreistage neu zu besetzen. Ein Fragenkatalog für Landrats- kandidaten bzw. die zum Kreistag kandidie- renden Parteien befand sich im Mai in der Abstimmung und soll den Parteien spätestens im Juli zugehen. Eine wichtige Rolle spielt hierin die Perspek- tive für den Radschnellweg Bonn/Rhein-Sieg von Alfter-Witterschlick entlang des Tausend- füßlers über die Nordbrücke nach Niederkassel und Troisdorf. Die Kandidaten sollen sich dazu äußern, wie sie hier eine möglichst zeitnahe Realisierung auf den Weg bringen wollen. Glei- ches gilt für ein möglichst flächendeckendes Netz von Radpendlerrouten, nicht nur nach Bonn, sondern auch zwischen den Städten des Rhein-Sieg-Kreises sowie Richtung Köln. Auf Ortsebene werden die einzelnen lokalen Probleme stärker im Vordergrund stehen. Hier geht es z.B. um Radweg-Lückenschlüsse, Besei- tigung von Qualitätsmängeln, Entfernen von Pollern und Umlaufsperren, die Öffnung von Einbahnstraßen und die Einrichtung von Fahr- radstraßen. Auch hier arbeiten die Ortsgrup- pen an Fragenkatalogen, Wahlprüfsteinen und ähnlichen Formaten. Nähere Informationen dazu, wie sich die Parteien jeweils positioniert haben, wird es vor der Wahl auf unserer Home- page und im Newsletter geben. Werner Böttcher Kommentar Goldene Zeiten ... ... stehen Bonns Radler*innen bevor. Wir müs- sen nur noch die Kommunalwahlen am 13. Sep- tember abwarten, danach brechen paradiesische Zustände an. „Die Radfahrer in NRW werden ihr Glück kaum fassen können.“ O.k., das war nicht vor Kommunalwahlen, sondern die Aussage von Verkehrsminister Wüst nach der Landtagswahl 2017. Und wirklich, wir Radler*innen kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus: Der RS 1 ist fertig gebaut, Straßen.NRW lässt bei allen Neu- und Ausbauten von Landesstraßen Radwege anlegen, die Bonner freuen sich über den vom Minister fest versprochenen Radschnellweg am Tausendfüßler. Okay, ich träume nur. Ob auch nach der Kommu- nalwahl ein böses Erwachen kommt? In den Reaktionen auf die Bonner ADFC-Forde- rungen hagelt es nur so Lob und Zustimmung, von der Unterstützung des Radentscheids bis zur neuen Fußgänger- und Radbrücke über den Rhein. Erstaunlich, wie selbst die Parteien, die uns in der Vergangenheit immer wieder Knüppel zwischen die Speichen geworfen haben, jetzt ihr Herz für den Radverkehr entdecken. Doch zwi- schen Sonntagsreden und Montagshandeln liegen Welten. Wir erinnern uns an die „Firlefanz-Rad- spur“ in der Rathausgasse Richtung Rhein, an die Verteidiger*innen jedes Parkplatzes, wenn es um Verbesserungen für Rad- und Fußverkehr geht. Den Kampf gegen Tempo 30, die Verhinderung von Umweltspuren, an die halbherzige Unterstützung für einen Radschnellweg am Tausendfüßler. Ist das jetzt verräterisch oder nur unglücklich formuliert, wenn uns eine Partei schreibt: „… werden wir auch im Kommunalwahlkampf für Ertüchtigung […] sowie Verbesserung der Fahr- radinfrastruktur eintreten“. Unterstellen wir doch wohlwollend , dass damit auch das Eintreten nach der Wahl gemeint ist! Bis zum Beweis des Gegen- teils träume ich weiter von einem angenehmen Erwachen am 14. September. Werner Böttcher, verkehrspolitischer Sprecher in Bonn

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