Rückenwind 03/2020

20 THEMA VERKEHRSPOLITIK Der vor einem Jahr vom ADFC über die Medien gemachte Vorschlag, zwischen Beuel und Bonn eine 4. Rheinbrücke nur für Radfahrer und Fußgänger zu bauen, elektrisiert die Politik. Der Bonner Stadtrat hat sichmit großer Mehrheit grundsätzlich für eine solche Brücke ausgespro- chen und die Verwaltung mit der Vergabe einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Er folgte damit der Empfehlung des Planungsausschusses. Dort hatte die SPD-Fraktion den An- trag eingebracht. „Das ist ein erster Zwischenerfolg unseres Einsatzes und der guten Vorar- beiten, die wir schon geleistet haben“, sagte Frank Begemann, der das Projekt beim ADFC fe- derführend betreut. Inzwischen gibt es eine Präsen- tation, mit der wir die Politik von der Idee einer Rheinbrü- cke zwischen der Beueler Ring- straße und der 2. Fährgasse in Bonn überzeugen wollen. Der Gutachter wird aber ergebnisoffen prüfen, welche Verbindung den meisten Fuß- gänger- und Radverkehr aufnehmen wird. Auch andere und weitere Standorte sind denk- bar. So erreichen uns über Facebook Vorschläge für eine weitere Brücke zwischen Königswinter und Bad Godesberg. Allerdings zeigt die Erfah- rung mit der Seilbahn, dass Gutachten und Machbarkeits- studien viel Zeit brauchen. Aber wir bleiben am Ball. Und so haben wir am Welt- fahrradtag am 3. Juni mächtig für die Rheinbrücke getrom- melt. Auf beiden Seiten in Beuel und Bonn haben wir die Radler über die 4. Rheinbrü- cke informiert, genau da, wo die Brückenenden sein sollen. Axel Mörer Diese elegante Fahrrad- und Fußgängerbrücke hat das dänische Architektur- und Designbüro Bystrup und Robin Snell and Partners aus London entwickelt. Sie soll die Themse überspannen. Die Bauarbeiten sollen 2022 beginnen. Vierte Rheinbrücke: Studie kommt Große Unterstützung für ADFC-Idee in der Politik Foto: Robin Snell and Partners Bonn braucht 4. Rheinbrücke für Rad- und Fußverkehr DerRadverkehrboomt.Nicht erst seitBe- ginn derCorona-Pandemie nimmtderRad- verkehr inBonn zu. ImmermehrMenschen erkennen,dassdasFahrrad inderStadt das schnellste, dasumweltfreundlichsteund das gesündesteVerkehrsmittel ist.DerVer- kaufsboom derPedelecsbeschleunigt die Entwicklung,weilmitelektrischerUnter- stützungauchweitereWege zumArbeits- platzmit demRad schneller zurückgelegt werden können. Kennedybrücke erreicht Kapazitätsgrenze Im1.Quartal 2020 querten 508.700Rad- fahrer dieKennedybrücke, daswaren trotz Corona14.300mehrals imVorjahreszeit- raum.Auf derKennedybrückewächstder Radverkehr imSchnittum 104.000Radfah- rerpro Jahr; das zeigtdieAuswertungder Zählstellen. DieKennedybrücke stößt beimRadverkehr an ihreGrenzen.Daher ist eineweitere Rheinquerung inOst-West-Richtungüber denRheinerforderlich, zumal an beiden Kopfseiten derKennedybrücke einedem Radverkehrangemessene Infrastruktur nicht vorhanden istundauch kaum ge- schaffenwerden kann. DerADFChatte schon vor längererZeitden Bau einer zusätzlichenRheinbrücke insGe- spräch gebracht.DerBonnerStadtrathat diesenVorschlag desADFC jetztmitgroßer Mehrheitaufgegriffen und sich füreine sol- cheBrückeausgesprochen. DerRatsbeschluss vom 7.Mai2020 1. DerRat derBundesstadtBonn spricht sich für dieErrichtungeiner viertenRheinbrü- cke im Innenstadtbereich aus,die aus- schließlich demFahrrad- undFußgänger- verkehr vorbehalten bleiben soll. 2. DerRat beauftragtdieVerwaltung, ein Verfahren zurVergabe einerentsprechen- denMachbarkeitsstudie durchzuführen. DieMittel dafür sind im städtischenHaus- haltsplan 2021-22bereitzustellen. 3. DerRat beauftragtdieVerwaltung zu prü- fen,welcheFördermittel desBundes und des LandesNRW füreine solcheMach- barkeitsstudie und für eine etwaigeBaure- alisierung zurVerfügung stehen unddiese schnellstmöglich zu beantragen. 4. Begleitenddazu solldieBevölkerung im Rahmen eines komplexenBürgerbeteili- gungsverfahrens frühzeitig eingebunden werden, um eine hoheAkzeptanz und eine positive Identifikation zuerreichen. Weltfahrradtag: Unsere Infostände am linksrheinischen und am rechtsrheinischen Brückenkopf Fotos: Axel Mörer

RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=