Rückenwind 03/2020

7 Hendrik Wüst keinerlei Entgegenkommen im Hinblick auf eine gemeinsame Planung von Radschnellweg und Erweiterung der A565 im Abschnitt des Tausendfüßlers gezeigt. Bonns amtierendes Stadtoberhaupt fügte sich. Dabei hatten die direkte Linie der Trasse und er- wartete Synergieeffekte einer gemeinsamen Planung den Ausschlag gegeben, den ersten Bonner Radschnellweg (RSW) als Ost-West- Verbindung zwischen Alfter (Bahnhof Witter- schlick) über Bonn-Endenich (Uni-Campus)– Nordbrücke–Sankt Augustin (Fachhochschule) weiter bis zum ICE-Bahnhof Siegburg bzw. nach Niederkassel und Troisdorf zu planen. Eine al- ternative Strecke dürfte nur als Zickzack-Kurs ohne Radschnellweganspruch umsetzbar sein. OB hat sich dem Minister gefügt Seine Haltung hatte der Bonner OB bereits mit Schreiben vom 9. April dem ADFC mit- geteilt und erläutert, dass die Stadt zwar die Haltung des Landes bedaure und „diese auch als kein gutes Signal hinsichtlich einer Mobi- litätswende“ ansehe. „Gleichwohl bin ich der Auffassung, dass dem Anliegen, in absehbarer Zeit zu einer guten Radverkehrsverbindung in der autobahnparallelen Relation zu gelangen, nur gedient wird, wenn die Stadt mit der vom Land gesetzten Situation nun produktiv um- geht und eine Alternativplanung aufnimmt“, schrieb Sridharan. Dafür sieht der OB zwei mögliche Varianten: 1. Von der Nordbrücke auf der Westseite des Rheins zuerst entlang des Rheins in Rich- tung Süden bis zum Kaiser-Karl-Ring. Von dort bis zur Viktoriabrücke, die mit einem Radweg ausgestattet sein wird. 2. Von der Nordbrücke auf der Westseite des Rheins zuerst parallel zur Autobahn und dann entlang des Mondorfer Bachs zur Kölnstraße. Dort entlang bis zum Kaiser- Karl-Ring und weiter zur Viktoriabrücke. Ob es in dieser Wahlperiode des Rates noch zu einer Entscheidung kommt, ist fraglich. Die Stadt muss zum Ausbau des Tausendfüßlers noch eine eigene Bürgerinformationsveran- staltung durchführen, wie der Ausschuss für VERKEHRSPOLITIK Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda auf Antrag der Bürgerinitiative Moratorium Planungen A565/Tausendfüßler um Raimund Gerber beschlossen hat. Das will der ADFC Ein Radschnellweg, der seinen Namen ver- dient, ist an dieser Stelle der Stadt nur in einer Bundestag für Radverkehr an Autobahnbrücken Der Bundestag hat Mitte Mai beschlossen, dass die Betriebswege neben Autobahn- brücken grundsätzlich für den Radverkehr benutzbar sein sollen. Auch der Tausend- füßler ist eine Brücke. Durch eine Änderung des Bundesfernstra- ßengesetzes hat der Bundestag ermöglicht, dass beim Bau von Kraftfahrstraßen, die nicht für den Radverkehr zugelassen sind, der Bund als Bauherr auch Radwege mit einplanen soll. Im Gesetz (§ 3 Absatz 1, Satz 3) heißt es künftig: „Betriebswege auf Brücken im Zuge von Bundesautobahnen und Betriebswege auf Brücken im Zuge von Bundesstraßen, die als Kraftfahrstraßen ausgewiesen sind, sind bedarfsabhängig durch den Träger der Straßenbaulast so zu bauen und zu unterhalten, dass auf ihnen auch öffentlicher Radverkehr abgewickelt werden kann. Anlass für die Gesetzesänderung war die Kritik, die der Bund sich eingehandelt hatte, weil er bisher mit Verweis auf seine Nicht- zuständigkeit beim Ersatzneubau von Au- tobahnbrücken über den Rhein wie in Köln auf der A1 und in Duisburg (A40) zwar mehr Autospuren, aber keine breiteren Radwege als die bestehenden baut. (mb) Direttissima, der direkten Route ohne Um- wege, vernünftig. Der Verzicht auf die Trasse entlang der A 565 bedeutet im Endeffekt, dass es in absehbarer Zeit keinen Radschnellweg durch Bonn geben wird. Ein vier Meter breiter Radschnellweg von Endenich entlang des Tau-

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