Rückenwind 02/2026

30 25. RAD+FREIZEIT mit dem aus 23.000 Meissner Porzellanfliesen erstellten, 102 m langen „Fürstenzug“, der die sächsische Herrschergeschichte aufzeigt. Meissen mit dem ersten Schlossbau Deutschlands, der Albrechtsburg, und seiner weltberühmten Porzellanmanufaktur. Dann Kreinitz, wo am 25. April 1945 das erste protokollierte Zusammentreffen von US- und Roter Armee stattfand (einen Tag, bevor es in Torgau für die Fotografen nachgestellt wurde). In Torgau selber beeindruckt vor allem das Schloss Hartenfels mit seinem Wendelstein, dem zum Hof hin offenen Treppenturm. Wittenberg nennt sich „Lutherstadt“, da Martin Luther hier von 1508 bis zu seinem Tod 1546 lebte, zeitgleich und befreundet mit Philipp Melanchthon und Lucas Cranach. Hier erfolgte auch der (historisch allerdings nicht verbürgte) Thesenanschlag an der Schlosskirche. Eine wesentlich ältere Geschichte zeigt sich im Ringheiligtum in Pömmelte. Während das englische Stonehenge entstand, wurde hier ein „Woodhenge“ erbaut, mit 115 m Durchmesser deutlich größer, aber nicht so langlebig. Seit 2016 steht hier eine Rekonstruktion. Die letzte Station unserer Reise ist Magdeburg. Wir besichtigen die Grüne Zitadelle, Friedensreich Hundertwassers „Oase für Menschlichkeit und für die Natur in einem Meer von rationellen Häusern“. Was für ein Kontrast zum Bauhausgebäude, das wir zuvor in Dessau besucht haben. Dort die funktionelle, aber seelenlose Architektur Walter Gropius‘, hier die Verbundenheit von Mensch und Natur, die sich in Hundertwassers Aussage „Die gerade Linie ist gottlos“ manifestiert. Nach drei sehr abwechslungsreichen Wochen bringt uns der IC zurück nach Bonn. Thomas Meier Die „Grüne Zitadelle“ in Magdeburg Luther-Denkmal und Stadtkirche St. Marien in Wittenberg Detailarbeit in der Meissner Porzellanmanufaktur Ringheiligtum in Pömmelte – ein „Woodhenge“ Uta und Thomas Meier an der Elbquelle

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