Rückenwind 02/2026

38 VERKEHRSPOLITIK Die Planung für eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke zwischen Remagen und Erpel ist einen Schritt weiter vorangekommen. In einer Studie wird der Brücke ein hoher wirtschaftlicher und touristischer Nutzen attestiert. Nun wollen die beteiligten Kommunen und Landkreise das Land Rheinland-Pfalz bewegen, als Bauherr die Brücke zu bauen. Ende Oktober stellten die Verkehrswissenschaftler des Frankfurter Architektur- und Ingenieurbüros Sweco in der Hochschule Remagen ihre Studie vor, in der die Baukosten der Brücke von derzeit geschätzten 26 Millionen Euro mit dem Nutzen verglichen werden. Das Ergebnis: Der Nutzen übersteigt die Kosten deutlich um den Faktor 1,52. Damit ist das Projekt förderfähig. Die Gutachter erwarten, dass sich die Fahrzeiten über den Rhein hinweg stark verkürzen und Pendler leichter eine Arbeit auf der anderen Rheinseite annehmen werden, was der lokalen Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt zugutekommt. Knapp 2500 Radfahrer und Fußgänger würden demnach die Brücke täglich nutzen, um Ziele auf der jeweils anderen Rheinseite anzusteuern. Die Nahversorgung profitiere ebenso von einer Brücke wie die ärztliche Versorgung. Gleiches gelte für Angebote aus dem Bereich Kultur und Bildung, Dienstleistungen und Handel. Zudem könnten die Menschen leichter den ÖPNV auf beiden Seiten des Rheins nutzen, wo zwei Bahnstrecken verlaufen. Besonders betont wurde die touristische Attraktivität einer Rheinquerung per Hängeseilbrücke im Zuge der vorhandenen Brückenpfeiler der früheren Ludendorff-Brücke. Aktuell wird der motorisierte Verkehr über die Fähre zwischen Remagen-Kripp und Linz abgewickelt. Radfahrer können auch eine Fußgänger- und Fahrradfähre direkt zwischen Erpel und Remagen nutzen, sie ist die einzige direkte Verbindung zwischen beiden Kommunen. Die nächsten Straßenbrücken liegen in Neuwied und Bonn. Die touristische Bedeutung der Brücke könnte zudem wachsen, weil nicht nur die beiden Rhein-Radwege direkt verbunden wären. Zudem will das Land Rheinland-Pfalz im Zuge der Bundesgartenschau 2029 im Oberen MitRemagener Fahrradbrücke kommt voran Remagen, Erpel und die Region wollen eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger über den Rhein bauen. Eine KostenNutzen-Analyse sagt jetzt: Die Brücke hat einen hohen Nutzen und ist förderfähig. Jetzt soll das Land Rheinland-Pfalz als Bauherr gewonnen werden. Illustration: Stadt Remagen / BORAPA Ingenieurgesellschaft

RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=