FWW 03-2021

Editorial 3 FWW · Ausgabe 3 I 2021 3 Liebe BFW-Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser, die neue Bundesregierung hat große Auf- gaben vor sich. Sie muss das Land weiter durch die Pandemie führen, Lösungen für große soziale Fragen finden und die Herausforderungen der Zukunft angehen. Für die Immobilienwirtschaft sind Klima- schutz sowie bezahlbares Bauen und Wohnen die wichtigsten Themen. Im Wahlkampf haben wir gerade in diesen Bereichen einen Überbietungswettkampf der Parteien und ihrer vermeintlichen Rezepte erlebt. Jede Wählerklientel sollte bedient, aber nicht über Gebühr belastet werden. In den kommenden Wochen und Monaten wird nun viel Kompromiss- bereitschaft gefragt sein. Als Interessenvertretung der mittelständi- schen Immobilienwirtschaft sind wir davon überzeugt, dass die ambitionierten Ziele beim Klimaschutz erreichbar sind. Auf dem Weg dorthin kommt es auf drei grundlegende Voraussetzungen an: Wirtschaftlichkeit, Technologieoffenheit und gezielte Förderung. Mit wissenschaftlicher Begleitung wollen wir einen Prozess starten, um der Politik effektive und neue Wege aufzuzeigen, die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen – mit Hilfe der Innovationskraft unserer Mitgliedsunter- nehmen. Wir müssen in neuen Dimensionen denken. Die Zukunft gehört dem Quartiersansatz. Denn die Potenziale von Wärmedämmung und einer wei- teren Erhöhung der Standards für Neubau und Bestand sind viel zu gering, um wirklich voran- zukommen. Statt einzelner Gebäude müssen ganze Straßenzüge, Siedlungen und Viertel ins Visier genommen werden. Das hat viele Vortei- le, denn es entstehen Synergieeffekte, von de- nen alle Akteure profitieren. Vor allem sinken die Kosten, wenn Leistungen und Material in größeren Mengen verwendet werden. Ein wich- tiger Aspekt, damit Wohnen auch in Zukunft bezahlbar bleibt. Gleichzeitig ermöglicht der Quartiersansatz die konsequente Nutzung neuer Technologien, die sich für einzelne Häuser oft nicht eignen oder viel zu teuer sind. Er macht es sogar möglich, verschiedene Bereiche besser mitei- nander zu verknüpfen – beispielsweise Strom- und Wärmeversorgung sowie die Elektromo- bilität. Mit dem Solarstrom von den Dächern der Gebäude im Quartier können nicht nur die Bewohner mit Energie versorgt, sondern auch die Wärmepumpen oder Ladestationen für E-Autos betrieben werden. Machen wir uns nichts vor: Pauschallösungen wird es nicht geben. Die lokalen Gegebenheiten bestim- men, ob und wie kosteneffizientes, sicheres und umweltverträgliches Bauen und Wohnen möglich ist. Der BFW setzt sich konsequent dafür ein, dass der Gesetzgeber unseren Mitglieds- unternehmen Freiräume und einen Rahmen schafft, um den nötigen Spielraum für maß- geschneiderte Lösungen zu haben. Weg von Tunnelblick und Gießkannenprinzip, hin zum Überblick, lokale statt pauschale Lösungen, weniger Bürokratie und weniger lähmende Ordnungspolitik – das sind die zentralen Erwartungen, die unser Verband an die neue Bundesregierung hat. Die Innovationskraft unserer Mitgliedsunternehmen bestätigt mich darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wirksamer Klimaschutz ist möglich, bezahl- bares Bauen und Wohnen auch. Mit Dialog statt Konfrontation sind auch die ehrgeizig- sten Ziele erreichbar. Herzlichst, Ihr Andreas Ibel BFW-Präsident „Die Zukunft gehört dem Quartiersansatz“

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