BAD AACHEN 01/2026

22 | BAD AACHEN 01/26 KARNEVAL Von Caroline Fister-Hartmann Der Aachener Karnevalsverein (AKV) verleiht den Orden wider den tierischen Ernst 2026 an Dorothee Bär. Die CSU-Politikerin und Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt wird am Samstag, 31. Januar, im Eurogress Aachen als 76. Ordensritterin ausgezeichnet. Sie folgt damit auf ihren Kabinettskollegen Lars Klingbeil (SPD), der die Laudatio hält. Mit Dorothee Bär ehrt der AKV eine Persönlichkeit, die frischen Wind in ihre Partei und in die deutsche Politik insgesamt gebracht hat. Sie verbindet Innovationsgeist mit fränkischer Tradition und konsequenter Haltung. Bär wurde 1978 in Bamberg geboren und zog mit nur 23 Jahren in den Bundestag ein. Seit 2006 ist sie mit Oliver Bär verheiratet. Gemeinsam haben sie drei Kinder: Emilia, Julius und Charlotte. Ihr Ehemann ist ebenfalls politisch aktiv (CSU). Die Familie lebt in einem Mehrgenerationenhaus bei Bamberg. Dorothee Bär ist sportlich und ein großer Fan des FC Bayern München. Ob sie auch karnevalistisch ist, wird sie im Öcher Narrenkäfig beweisen. BAD AACHEN hat zuvor mit ihr gesprochen. www.dorothee-baer.de BAD AACHEN: Frau Bär, als neue AKV-Ordensträgerin treffen Sie buchstäblich alle Neune: die neunte Frau und das neunte CSU-Mitglied in der Ritterrunde. Dürfen wir also erwarten, dass Sie auf der Aachener Bühne in die Vollen gehen? Dorothee Bär: Wenn ich schon als neunte Frau und neuntes CSUMitglied alle Neune treffe, dann muss das natürlich sitzen! (lacht) Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung. Es ist eine große Ehre für mich – und ja, ein bisschen Narrentum tut uns allen gut. Gerade in Zeiten, die wirtschaftlich und geopolitisch angespannt sind, dürfen wir das Lachen nicht verlernen. In Aachen können wir wieder befreit lachen, über uns selbst und miteinander. Ich verspreche: Ich werde alles geben – fränkisch, frei und voller Freude. BAD AACHEN: Kennen Sie Aachen bereits? Und haben Sie jemals eine Ordensverleihung des AKV live oder im Fernsehen verfolgt? Bär: Na klar! In meiner Familie lief in der Faschingssaison immer alles, was bunt, laut und musikalisch war: Fastnacht in Franken war Pflichtprogramm – und die Aachener Sitzung kam regelmäßig als Kür hinterher. Ich erinnere mich noch an viele legendäre Reden und Verkleidungen. Das war immer eine tolle Mischung aus Witz und Haltung. BAD AACHEN: Narrentum ist Ihnen also nicht fremd. Bei Fastnacht in Franken haben Sie sich bereits als Kaiserin Sisi oder als Gigabyte gezeigt, einen Computerpreis haben Sie im Wonder-WomanOutfit verliehen. Mit welchem Kostüm steigen Sie in den Öcher Narrenkäfig? Bär: Wenn ich das jetzt verrate, wird’s doch halb so spannend! Nur so viel: Es wird nicht langweilig – und mein Kostüm hat garantiert mehr Watt als mein Handy-Ladegerät. Markus Söder ist nicht nur ein herausragender Ministerpräsident und mein Parteivorsitzender, auch als Ludwig II. hat er in Aachen Maßstäbe gesetzt – ich nehme die Herausforderung an. BAD AACHEN: Der Orden ehrt Humor, Menschlichkeit und Haltung im Amt – welche dieser Eigenschaften ist für Sie im politischen Alltag am wichtigsten? Bär: Alle drei – gleichermaßen, täglich und am besten in hoher Dosierung. Ohne Haltung wird Politik beliebig, ohne Menschlichkeit wird sie kalt. Und ohne Humor? Unerträglich. Ich sage immer: Humor und Diplomatie entschärfen nahezu jeden Konflikt. Und wenn ich etwas abschaffen könnte, dann wären es Befindlichkeiten! BAD AACHEN: Die Laudatio hält Lars Klingbeil, Ihr Kabinettskollege und AKV-Ritter 2025. Die Stimmung in der Koalition ist ja etwas angespannt: Wie sehen Sie seiner Rede entgegen? Bär: Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt! Lars und ich sind uns beim Fußball absolut einig: nur der FCB! Aber politisch kommen wir aus unterschiedlichen Welten. Außerdem muss er als Finanzminister das Geld zusammenhalten, mit dem ich durch Forschung, Technologie und Raumfahrt die Wirtschaft ankurbeln will. Aber beim Humor treffen wir uns. Wenn Karneval etwas kann, dann Brücken bauen. Vielleicht bringt uns der Abend sogar auf ein paar gemeinsame Ideen – wer weiß! BAD AACHEN: Und was hat der Kanzler zu Ihrer Nominierung gesagt? Er wurde 2006 in Aachen ausgezeichnet. Als weißer Ritter eckte er allerdings an. Da könnte man Parallelen zur Politik ziehen, oder? Bär: Er hat sehr charmant gemeint, ich solle mich gut vorbereiten – das AKV-Publikum sei anspruchsvoll. Da musste ich lachen und habe geantwortet: „Ich habe drei Kinder – ich kenne schwierige Publikumsgruppen!“ Ich bin froh, dass wir mit Friedrich Merz so einen führungsstarken, beharrlichen und kompetenten Kanzler haben. BAD AACHEN: Ihre Freundin Julia Klöckner kam 2019 bei der AKVFestsitzung dagegen bestens an. Als meinungsstarke Ritterin eroberte sie die Herzen im Sturm. Hat sie Ihnen Tipps für den Erfolg im Öcher Narrenkäfig gegeben? Bär: Julia hat das wirklich großartig gemacht – sie ist eine wunderbare Bundestagspräsidentin und hat ja ohnehin ein Herz fürs Karnevalistische und die rheinische Frohnatur quasi im Blut. Am Ende Foto: Fion Grosse Fränkisch, frei & voller Freude – so möchte Dorothee Bär den Öcher Narrenkäfig erobern. 9 Fragen an die 9. Ritterin Foto: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

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