BAD AACHEN 01/2026

30 | BAD AACHEN 01/26 MUNDART Met d’r Duem sing Schuel Von Lieblingsliedern zu Öcher-Platt-Hits: Die Domsingschule Aachen erhält den Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen – und will mit einer Uraufführung begeistern… Von Sabine Rother Irma Wüller und eine gute Idee: Die Leiterin der Domsingschule Aachen hat sich vom freudigen Schreck bei der Überraschungsaktion längst erholt, die sich Ägid Lennartz, Vorsitzender des ThouetMundartpreises Aachen, mit seinem Team ausgedacht hatte. Sommerfest, Eröffnungsgottesdienst im Dom – und plötzlich die Nachricht: „Den Thouet-Mundartpreis 2026 der Stadt Aachen erhält die Domsingschule“. Nun ist es soweit: Verleihung am Dienstag, 6. Januar, im Krönungssaal des Rathauses, ein Preisgeld in Höhe von 2000 Euro und viele Kinder auf der Bühne. „Natürlich werden sie singen“, sagt Irma Wüller, die eine tägliche Routine vor Unterrichtsbeginn im Haus an der Ritter-Chorus-Straße nutzt. Gemeinsam singend in den Tag gehen, Informationen austauschen, mit einem guten Gefühl starten. Da gibt es Lieblingslieder, bei denen die Mädchen und Jungen besonders strahlen. In Verbindung mit der Liebe zum Öcher Platt, die der ehemalige Leiter der Domsingschule, Gerhard Dünnwald, Thouet-Preisträger 2017, Kindern und Lehrerkollegium vererbt hat, geht Irma Wüller nun ein Stück weiter. „Wir haben den Lieblingsmelodien neue Texte gegeben, natürlich in Mundart!“, erzählt sie von einem mutigen Projekt unter dem Titel Met d’r Duem sing Schuel dörch et Johr, das Form annimmt: eine CD mit diesen neuen-alten Liedern in einer Mischung aus Jahreszeiten und Aachen-Themen ist in Arbeit. „Dafür werden wir das Preisgeld verwenden“, sagt sie und ist froh, dass der Verein Öcher Platt sie unterstützt. Vorstandsmitglied Markus Krings, Lehrer am Gymnasium St. Ursula, hat geholfen, die Texte zu gestalten, und nicht zuletzt Konrektor Rafael Brümmer ist im Öcher-Platt-Einsatz. „Ich würde gern mit ihm gemeinsam beim Festakt etwas erzählen, er ist im Öcher Platt sicherer als ich“, betont Irma Wüller. Die CD enthält Überraschungen – nicht nur All die Vöjjel sönd at doe (Alle Vögel sind schon da) und Hejo, spann d‘r Wajel aa (Hejo, spann den Wagen an), sondern auch eine Uraufführung ist dabei: D‘r Duem sing Schuel ist der Titel einer neuen Komposition von Angelo Scholly, die ganz oben auf der Liste aus 13 Liedern steht und eine echte Herausforderung für alle ist, allein schon mit den so typischen, aber vielen Kindern nahezu unbekannten Aachener Begriffen wie Huppmamselche oder Knöselsjonge. „Gerade das ist spannend, und die Kinder wundern sich manchmal, wenn ich Sachen sage, die zur Mundart gehören, aber nicht so anständig klingen“, lächelt die Schulleiterin und denkt an den Text zum Türelüre-Lißche uus Klapperjaaß. Freche Burschen umrunden ein Mädchen, das eigentlich mal dringend muss. Die Zeilen Haue die Schelme va Jonge jeddooe/Haue dat Kengsche net pesse losse jooeh wecken oft Gekicher. Beim Öcher Platt ist eben manches anders. Der Thouet-Mundartpreis ist der verdiente Lohn für so viel Einsatz, Mut und Jesangk. Traditionell am Dreikönigstag, Dienstag, 6. Januar, findet die Veranstaltung rund um den Mundartpreis ausschließlich vor geladenen Gästen im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. Mehr zum Verein und zum Preisträger gibt es online unter www.thouet-mundartpreis.de und unter www.domsingschuleaachen.de. Überraschung gelungen: Kuratorium mit den Preisträgern im Dom. Fotos: Privat/Rother

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