BAD AACHEN 01/2026

36 | BAD AACHEN 01/26 IMMOBILIEN-SPEZIAL Aufbruchssignal für Aachen Karl lernt kochen! Lisa liest Asterix. Luna blickt auf Aachen. Zukunftsbilder, die ein Banner am Haus der Neugier entstehen lässt – und die eines klarmachen: Hier soll Leben in die City zurückkehren. Das 8,5 mal 9,5 Meter große Plakat in Schwarz und Gelb prangt stolz an der Fassade des ehemaligen Kaufhauses am Bädersteig. Jahrelanger Leerstand? Fast vergessen. Jetzt beginnt ein neues Kapitel: das Haus der Neugier. Die Strahlkraft des Plakats zeigt sich besonders Richtung Dahmengraben. Hier tut sich etwas. Neue Läden öffnen, Passanten kehren zurück, die Meile wirkt lebendiger. Optimismus macht sich breit – und das, obwohl der erste Spatenstich noch weit entfernt ist. Geplant ist ein Dritter Ort – ein Platz zwischen Zuhause und Alltag, der Begegnung, Lernen und Austausch ermöglicht. Volkshochschule und Stadtbibliothek sollen hier unter einem Dach zusammenfinden. Ein Treffpunkt, an dem man kochen lernt, Comics liest, programmiert, spielt oder einfach nur aus dem Fenster schaut. Christine Rüdiger, Geschäftsführerin der Haus der Neugier GmbH, bringt es auf den Punkt: „Mit dem Haus der Neugier entsteht ein großartiges Angebot für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Aachen. Gleichzeitig ist es ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der östlichen Innenstadt.“ Die Machbarkeitsstudie von 2023 malt ein ähnliches Bild: offene Räume, kreative Lernzonen, digitale Angebote, Rückzugsorte – ein Haus, das aktiv von der Stadtgesellschaft selbst gestaltet werden kann und soll. Zwischen Hoffnung und Haushaltsalarm Mit dem Kauf des ehemaligen Haus Horten hat die Stadt nicht nur eine Immobilie, sondern auch eine umfangreiche Planung erworben. Doch der Preis dafür ist enorm: 120 Millionen Euro nach neuesten Schätzungen. Eine außergewöhnlich hohe Summe für ein städtisches Bildungs‐ und Kulturprojekt – und das ist nur der Anfang. Die Machbarkeitsstudie weist sogar Kosten bis zu 142 Millionen Euro aus. Für den extrem angespannten städtischen Haushalt kein Pappenstiel. Die Verwaltung arbeitet derzeit an einem Bauantrag, ein Baubeginn ist noch in diesem Jahr geplant, die Fertigstellung Ende 2029. Die große Herausforderung dabei: die Kostenspirale im Blick zu behalten, sonst könnte das politische Wunschprojekt schnell zur finanziellen Belastung für alle werden. Doch gerade deshalb wirkt das Banner am Bädersteig so symbolkräftig: Es verbindet die bunten Zukunftsbilder von Karl, Lisa und Luna mit der Realität der Stadtplanung. Es erinnert daran, dass hier nicht nur Ideen auf dem Papier entstehen, sondern ein Ort, der die Innenstadt beleben soll – mit Mut, Vision und dringend einem klaren Blick auf die Kosten. cf www.hausderneugier.de Stichwort Stadtentwicklung: Wohl kein Immobilienprojekt steht so im Fokus wie das Haus der Neugier. BAD AACHEN stellt die größte Einzelinvestition der Öcher Historie vor und blickt auf neue Entwicklungen. Foto: kadawittfeldarchitektur

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