BAD AACHEN 01/2026

4 | BAD AACHEN 01/26 AACHEN 2026 Von Caroline Fister-Hartmann Neues Jahr, neue Impulse: Aachen startet mit frischem Schwung in den ersten Monat 2026 – und mit einem Oberbürgermeister, der erst seit wenigen Wochen im Amt ist. Politisch noch ohne stabile Ratsmehrheit, gesellschaftlich voller Erwartungen, steht die Stadt zwischen Aufbruch und Abwarten. Viele fragen sich: Wird 2026 ein Jahr der Entscheidungen, der sichtbaren Veränderungen – und vor allem eines, in dem die Aachener Gemeinschaft wieder enger zusammenrückt? Abseits der großen politischen Schlaglichter wartet ein vielfältiges Stadtleben voller Highlights auf die Öcher: Feste, Kultur, Traditionen – und ein sportliches Großereignis der Extraklasse, die FEI World Equestrian Games vom 11. bis zum 23. August in der Soers und der Innenstadt (s. dazu gleich S. 6/7). BAD AACHEN: Herr Dr. Ziemons, Sie sind am 1. Januar genau 61 Tage im Amt. Wie lief es denn so – ankommen und einarbeiten? Oder direkt Feuer löschen? Dr. Michael Ziemons: Es war alles gleichzeitig: ankommen, lernen, zuhören – und ja auch direkt anpacken. Neben vielen Menschen, die ich kennengelernt habe, forderten große Themen wie der Sportpark Soers, das Haus der Neugier und unsere finanzielle Situation meine Aufmerksamkeit. Dank meiner Erfahrung als Dezernent in der StädteRegion konnte ich schnell loslegen. Die beste Erkenntnis war dabei, dass ich ein starkes Team an meiner Seite habe, das gut funktioniert. Das macht mich zuversichtlich für die nächsten Jahre. BAD AACHEN: Welche Stimmung nehmen Sie in der Stadt wahr? Ziemons: Ich spüre eine klare Aufbruchsstimmung. Viele Menschen wollen weniger Bürokratie, mehr Mut und spürbare Veränderung. Dieses Gefühl Wir müssen das jetzt anpacken ist überall da, in Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft. Diese Energie möchte ich aufnehmen und nutzen. Ich freue mich, dass man mir viel zutraut und ich verspreche, dass ich mit ganzer Kraft und ganzem Herzen an den Herausforderungen arbeiten werde. Veränderungen aber schaffen wir nur gemeinsam. Wir müssen ein großes Miteinander erzeugen und einen gemeinsamen Aufbruch, der Aachen nach vorne bringt. BAD AACHEN: Was hat sich seit Ihrem Amtsantritt denn bereits verändert? Und wo sehen Sie den größten Reformbedarf? Ziemons: Ich habe mich zuerst um Themen gekümmert, bei denen wir sofort Wirkung erzielen können: Digitalisierung, Bevölkerungsschutz, Finanzen und die klarere Priorisierung unserer Großprojekte. Manche davon brauchen dringend Struktur und Tempo und das bekommen sie jetzt. Außerdem arbeiten wir daran, die Verwaltung einfacher, moderner und schneller zu machen. Und: Der soziale Wohnungsbau ist bereits ein großes Thema, bei dem wir bald erste Fortschritte zeigen werden. Kurz gesagt: Wir sind gestartet, entschlossen und mit einem klaren Zug nach vorne unterwegs. BAD AACHEN: Welche Entwicklungen werden Aachen jetzt prägen? Ziemons: Ich weiß, wie sehr die Menschen in unserer Stadt sich wünschen, dass Fortschritt nicht nur versprochen, sondern auch erlebbar wird. Genau daran arbeiten wir und deshalb wird 2026 ein Jahr, in dem viele große Projekte in die Umsetzung kommen. Ein zentraler Baustein ist der Sportpark Soers. Dort entsteht ein moderner Ort für Sport, Bewegung und Begegnung. Es wird ein Raum, der den Spitzensport stärkt, aber genauso den Breitensport und die Vereine vor Ort im Blick hat. Genauso wichtig ist die Entwicklung der Achse zwischen Haus der Neugier, Büchel und Bushof. Diese drei Orte stehen für Veränderung, neues Denken und einen echten Neustart in der Innenstadt: Mit dem Haus der Neugier (s. auch S. 36) entsteht ein Ort, der Wissenschaft, Stadtgesellschaft und Zukunftsfragen zusammenbringt, offen, neugierig, für alle zugänglich. Der Büchel wird endlich vom Sorgenkind zum Stück lebendige Innenstadt und rund um den Bushof gestalten wir ein modernes, sicheres und einladendes Gründungszentrum, eine Kombination aus bezahlbarem Wohnraum und Anziehungspunkt für Wissenschaft und Forschung. BAD AACHEN: Aachen steht noch ohne feste Ratsmehrheit da. Was macht diese Phase der Unsicherheit mit der Stadt? Ziemons: Ich erlebe diese Phase nicht als Unsicherheit, sondern als Chance. Natürlich: Unsere finanzielle Lage ist sehr ernst, das müssen wir gemeinsam mit der Politik sofort anpacken. Dafür brauchen wir Klarheit und Verantwortung. Genau das sehe ich bei allen Parteien. Mir ist wichtig, dass wir kein Tempo verlieren. Die Menschen in Aachen erwarten, dass wir handeln. Und das tun wir: ehrlich, gemeinsam und mit Blick auf das, was die Stadt jetzt wirklich braucht. BAD AACHEN: Gerade begonnen haben aber auch zwölf Monate voller Begegnungen und kultureller Höhepunkte. Das Highlight sind die World Equestrian Games im August. Worauf dürfen sich die Aachener mit Ihnen zusammen darüber hinaus noch freuen? Was bewegt die Stadt? Will Aachen nach vorne bringen: Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons. Foto: Stadt Aachen/Heike Lachmann Sieben Fragen an den Oberbürgermeister… BAD AACHEN blickt mit Dr. Michael Ziemons voraus auf das Jahr 2026: Was kommt? Was geht? Welche Weichen will er stellen?

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