BAD AACHEN 02/2026

16 | BAD AACHEN 02/26 MUNDART Von Nina Krüsmann Bis zu 12000 Zuschauerinnen und Zuschauer begeistert die Alt-Aachener-Bühne (AAB) in einer Spielzeit. Ab Samstag, 28. Februar, geht es wieder los und die Komödie De Sou moss futt! feiert Premiere im Bürgersaal Roetgen. Es folgen zwei Aufführungen in der Stadthalle Alsdorf und zum großen Finale ganze acht im Eurogress Aachen. Überraschungseffekte und Wendungen sind garantiert: Das Stück spielt Ende der 1940er-Jahre und es geht um einen Tatbestand, der zu dieser Zeit eine Straftat war. Im Mittelpunkt stehen die Schlitzohrigkeit eines Bauern und die Eindämmung der kriminellen Energie. Mehr wird nicht verraten, denn der Inhalt soll spannend bleiben. Damit das unterhaltsame Stück an zwölf Abenden auf die Bühne gebracht werden kann, ist fast ein Jahr ehrenamtlicher Einsatz nötig. „Wir sind stolz darauf, mit Ensemble und großartigem Team hinter den Kulissen jedes Jahr ein so großes Publikum zu erreichen“, betont die erste Vorsitzende Birgit Thelens. Mit ihren Vorstandskollegen hat sie es sehr erfolgreich geschafft, den Verein zu verjüngen und immer wieder neue Mitspielerinnen und Mitspieler zu werben. „Zuletzt hatten wir drei Neuzugänge. Wir freuen uns, dass wir vor und hinter der Bühne Jung und Alt anlocken können“, betont Thelens. Für Alt & Jung gemacht „Schön ist, dass wir im Publikum viele Leute mittleren Alters haben. Die älteren Herrschaften bringen Kinder und Enkel mit, die dann später wiederkommen. Auch durch die jüngeren Mitspieler erreichen wir eine neue Zielgruppe und dann ist da natürlich die Mundpropaganda“, freut sich Thomas Muckel, zweiter Vorsitzender. Auch das große Engagement in den sozialen Medien statt nur klassische Plakate und ein moderner Kartenvorverkauf tragen zum aktuellen Erfolg bei. „Früher musste man sich Stunden beim Ticketshop anstellen und es gab keine reservierten Plätze. Heute kann man eine Viertelstunde vor Spielbeginn kommen und weiß, wo man sitzt“, erklärt Muckel. Für viele Jüngere sei es spannend, mit dem Bühnenbild aus vergangenen Tagen ein paar Stunden in eine andere Welt einzutauchen – so wie es früher bei der Oma aussah eben. Und was macht den Erfolg der Alt-Aachener Bühne eigentlich aus? Es ist vor allem das enge Zusammenspiel aller Beteiligten – auf, vor und hinter der Bühne. Ob Schauspiel, Bühnenbau, Technik, Maske oder Organisation: Jede Aufgabe ist wichtig und trägt gleichermaßen dazu bei, dass am Ende ein stimmiger Theaterabend entsteht. Die Alt-Aachener Bühne versteht sich als eingespieltes Team, in dem Erfahrung weitergegeben wird und unterschiedliche Talente zusammenwirken. „Wir sind eine Laienspielgruppe, bei der jede Rolle – sichtbar oder unsichtbar – zum Gelingen einer Spielzeit beiträgt“, betont die Vereinsvorsitzende. „Deshalb ist Disziplin sehr wichtig. Die Gemeinschaft muss funktionieren. Alle bringen sich ein. Wenn mal ein Satz nicht einfällt, hilft man sich gegenseitig. Wir proben jeden Donnerstag, auf der Zielgeraden auch zwei Mal pro Woche“, ergänzt Geschäftsführer Andreas Steppert. Zeitmanagement, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sind wichtig für alle in der AAB-Familie. „Wir spielen in diesem Jahr an sechs Wochenenden, treffen uns jeweils bis zu fünf Stunden vorher, um alles vorzubereiten. Da muss man sich schon drauf einlassen können, damit das Wir-Gefühl bleibt“, betont Muckel. „Wenn man Spaß hat und lacht, dann ist die Zeit kurz.“ Mit Kind & Kegel op Jöck „Und bei uns ist keine Aufführung identisch – nur der Inhalt“, lacht Birgit Thelens. Wer mitmache, dürfe keine Scheu haben, weder vor der Bühne noch vorm Platt. „Der Feinschliff kommt mit der Zeit von selbst“, weiß die Vorsitzende. „Selbstverständlich ist die Souffleuse wichtig. Und ohne Bühnenbau, Kostüme, Requisite, Haare und Make-up geht gar nichts. Wir sind jetzt 28 Aktive und haben zwei Bühnenbauer“, erklärt Steppert. Damit das Miteinander gepflegt wird, gibt es unzählige Aktivitäten abseits der Bühne: „Wir besuchen andere Mundarttheater, nicht nur in Aachen. Wir sind im Rosenmontagszug präsent, gehen beim Erntedankumzug in Walheim mit, feiern ein Oktoberfest und nehmen am Ehrenamtstag der Stadt teil“, zählt Birgit Thelens auf. Bei der Weihnachtsfeier sowie dem Ausflug nach der Spielzeit seien stets „Kind und Kegel“ mit dabei – wie in einer großen Familie eben. Verein, Ensemble, Familie: das Team der Alt-Aachener Bühne. Foto: Nina Krüsmann DABEISEIN: DIE SPIELZEIT 2026 Die Komödie De Sou moss futt! feiert am Sa., 28. Februar, 19 Uhr, Premiere im Bürgersaal in Roetgen. Am So., 1. März, beginnt die Vorstellung dort um 18 Uhr. Danach spielt die Alt-Aachener Bühne am Wochenende 7./8. März in der Stadthalle Alsdorf und schließlich im März und April acht Mal im Eurogress Aachen. Tickets sind unter www.eventim.de und www.daskartenhaus.de sowie über die Tickethotline 02405/40860 erhältlich. BAD AACHEN verlost außerdem Karten auf S. 44. Mehr Infos zum Verein gibt es online. www.alt-aachener-buehne.de Wenn Theater zur Familie wird De Sou moss futt! hat alles, was zu einem guten Schwank dazugehört: Witz, Tempo und eine turbulente Geschichte. Die Alt-Aachener Bühne bringt Mundart und Lokalkolorit an gleich drei Spielorte.

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