4 | BAD AACHEN 02/26 BADESTADT AACHEN Aachens warmes Herz Von Caroline Fister-Hartmann 9. Februar 2001 – erinnern Sie sich noch an diesen Tag? Ich habe damals neugierig Richtung Stadtgarten geschaut. Man spürte förmlich, dass dort etwas Neues, ganz Besonderes für Aachen entstanden war – ein Ort, der weit über die Stadtgrenzen hinaus Wirkung entfalten würde. Ein architektonisches Highlight, vor allem aber ein Ort zum Wohlfühlen im Dreiländereck. Wie haben Sie die Eröffnung der Carolus Thermen erlebt? Als pure Aufbruchsstimmung. Es fühlte sich an wie der erste warme Tag nach einem langen Winter: voller Energie, voller Erwartung. 2015 haben Sie die Leitung übernommen. Mit welchem Gefühl sind Sie damals in die Halle geschritten? Mit einer Mischung aus Respekt und Vorfreude – und dem festen Willen, dieses Haus gemeinsam mit dem gesamten Carolus-Team weiter zum Strahlen zu bringen und natürlich weiterzuentwickeln. Welche Situation haben Sie damals vorgefunden? Charmant gealtert, aber auf ganz hohem Niveau und mit sehr viel Potenzial, das Haus fortzuentwickeln. Während der Pandemie haben Sie große Sanierungen umgesetzt. Absolut. Natürlich ist es sehr schmerzhaft, wenn ein Ort voller Leben, der so vielen Menschen Freude und Erholung bringt, plötzlich ganz still ist und alle Becken leer sind. Da kommen einem schon die Tränen. Wir haben aus einer Not tatsächlich eine Tugend gemacht. Wenn das Haus schon leer ist, kann man ihm wenigstens eine Frischzellenkur gönnen. Wir haben die Zeit genutzt, statt sie auszusitzen. Welche Veränderungen fallen den Gästen am deutlichsten auf? Mehr Komfort, mehr Atmosphäre, mehr Ahhh-Momente. Man spürt die Modernisierung sofort. Die Carolus Thermen präsentieren sich auch 25 Jahre nach der Eröffnung frisch, modern, einladend. Und welche technischen Neuerungen bleiben eher unsichtbar? Unsere Filtertechnik, die effizienteren Steuerungen, der ganze Maschinenraum – der schnurrt heute fast wie eine Katze. Das merken unsere Gäste nicht direkt, aber natürlich profitieren sie davon. Spielen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit dabei eine Rolle? Eine große! In einem Thermalbad ist das Verantwortung. Dennoch darf man nicht verkennen, dass der Betrieb eines solchen Bades energieintensiv ist. Was wir tun können, tun wir selbstverständlich. Wie haben sich die Besucherzahlen nach Corona entwickelt? Wir sind nicht nur stabil, sondern verzeichnen steigende Gästezahlen – unser Angebot, die Freundlichkeit unserer Mitarbeitenden, die Atmosphäre, der einzigartige Ort und natürlich das Gesundheitsund Wellnesserlebnis werden geschätzt. Thermalbad oder Sauna: Wer liebt was? Wir haben viele Gäste, die wöchentlich kommen, weil sie die wohltuende Wirkung des Aachener Thermalwassers schätzen. Genauso gibt es Besucher, die ausschließlich unsere Saunawelt besuchen, aber auch da nicht auf unser Thermalwasser verzichten müssen. Und viele gönnen sich beides, je nach Tagesform. Sind Zertifizierungen wie die Premiumsauna wichtig? Ja, sie sind ein Qualitätsversprechen. Gäste spüren das – und für das Team ist es eine tolle Bestätigung. Beeinflussen Wellnesstrends Ihr gesundheitsorientiertes Bad? Natürlich. Aber wir übernehmen nur das, was echten Mehrwert schafft. Welche der Innovationen würden Sie besonders hervorheben? Die intelligente Wasseraufbereitung. Unspektakulär auf den ersten Blick, aber ein echter Gamechanger. Ist Textilsaunieren etwas, das internationale Gäste anziehen würde? In vielen Ländern ist Textilsaunieren möglich, gerade in den Niederlanden ist dieses oft üblich. In Deutschland hat allerdings, wie in den skandinavischen Ländern, textilfreies Saunieren Tradition, auch wenn einige Betriebe mittlerweile Badekleidung im Saunabereich erlauben. Wir werden diesen Trend absehbar nicht nachmachen. Wie setzt sich Ihre Gästestruktur aus dem Ausland zusammen? Ein bunter Mix hauptsächlich aus Belgien, den Niederlanden und Luxemburg sowie Frankreich. Jeder Badegast, egal, woher er oder sie kommt, bringt eigene Erwartungen und eine schöne Vielfalt mit. Das Aachener Thermalwasser ist Ihr Alleinstellungsmerkmal. Wie wichtig ist es im Marketing? Das Herzstück des Hauses: Badehalle mit Aachener Thermalwasser. Foto: Olaf Rohl Geschäftsführer: Björn Jansen. Foto: Carolus Thermen Lebendige Badekultur im Zentrum der Stadt: Die Carolus Thermen feiern ihr 25. Jubiläum. Passend dazu hat BAD AACHEN Björn Jansen, der das Haus seit 2015 leitet, 25 Fragen gestellt.
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