BAD AACHEN 04/2026

38 | BAD AACHEN 04/26 MOBILITÄT-SPEZIAL Chrom, Motorensound und gute Gespräche: Bei Cars & Coffee im Kwartier 106 (Grüner Weg 106) treffen sich auch 2026 wieder Liebhaber von Old- und Youngtimern, um ihre Schätze auf vier Rädern zu präsentieren und sich auszutauschen. Am Samstag, 18. April, ab 12 Uhr, bieten Kristoff Kochs und sein Team die Gelegenheit, eigene Fahrzeuge vorzustellen, andere Enthusiasten kennenzulernen oder Teile zu tauschen. Auch Besucher ohne PS-starke Boliden sind willkommen, um die besondere Atmosphäre zu genießen, automobile Klassiker aus nächster Nähe zu erleben und ganz nebenbei einen besonders guten Kaffee zu kosten. Je nach Wetter findet das Treffen drinnen oder draußen statt. Doch wer das Kwartier 106 kennt, weiß, dass stets mehr auf dem Programm steht, dass neben Oldies jede Menge anrollt: Am Donnerstag, 23. April, um 18 Uhr lädt das After-Work-Cooking Pasta Pasta – For Singles only zu einem geselligen Kochabend ein. In lockerer Runde werden gemeinsam ganz verschiedene Nudelgerichte zubereitet – von italienischer Pasta bis zu japanischen Soba-Varianten – und anschließend an der langen Tafel genossen. Bei Wein, Spielen und Unterhaltungen entsteht eine entspannte Atmosphäre für neue Begegnungen. Ein Überblick über alle Events 2026 im Kwartier 106 ist online zu finden. www.kwartier106.de KWARTIER 106: LEIDENSCHAFT FÜR EVENTS BENZINGESPRÄCHE: CARS & COFFEE Wohin fährt unser Verkehr? Viele Wege, ein Ziel: Der BAD AACHEN-Spezialteil zeigt neue Perspektiven für Mobilität in der Stadt auf – von E-Auto-Modellen über Fahrrad, ÖPNV oder Reisemobile bis hin zur klimaneutralen Zukunft. Die Mobilität in Aachen bleibt eines der politisch umstrittensten Themen der Stadt – und zugleich ein Bereich, in dem der neue Oberbürgermeister, Dr. Michael Ziemons, Akzente setzen möchte. Schon im Wahlkampf sprach er davon, ein „intelligentes Mobilitätssystem für alle“ schaffen zu wollen. Dazu gehören aus seiner Sicht vor allem besser vernetzte Verkehrsmittel, etwa über sogenannte MobilityHubs, die Park & Ride, Bus, Fahrrad und Carsharing miteinander verbinden. Konkrete Ergebnisse gibt es aber noch nicht. Der Handlungsspielraum ist allerdings auch begrenzt. Viele Leitlinien der Aachener Verkehrspolitik sind bereits beschlossen – allen voran der Radentscheid von 2019, dessen Ziele bis 2027 umgesetzt werden sollen. Dazu gehören der Ausbau des Radnetzes, sichere Kreuzungen und mehr Fahrradstellplätze. Auch das Konzept zur Innenstadtmobilität zielt darauf ab, den Durchgangsverkehr zu reduzieren und mehr Raum für Fuß- und Radverkehr zu schaffen. Sichtbar wird dieser Ansatz an sogenannten Lenkungspunkten und Verkehrsschleifen. Sie sollen den Autoverkehr innerhalb der Innenstadt steuern und Durchgangsverkehr vermeiden. Genau diese Maßnahmen sorgen jedoch immer wieder für Kontroversen – etwa am Karlsgraben. Während Befürworter darin einen wichtigen Schritt zur Verkehrswende sehen, bemängeln Gegner komplizierte Wegeführungen und Nachteile für Handel und Anwohner. Zu den Kritikern zählt die Initiative Mobile Vernunft, deren Bürgerbegehren gegen Teile der Verkehrspolitik jedoch scheiterte. Für den neuen Oberbürgermeister bedeutet das: Große Kurswechsel sind kaum möglich. Spielräume liegen vor allem in der Umsetzung – also darin, wie Maßnahmen angepasst, erklärt und weiterentwickelt werden. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Thema derzeit auch durch Diskussionen innerhalb der Stadtspitze. Nach unterschiedlichen Positionen von Oberbürgermeister Ziemons und Stadtbaurätin Frauke Burgdorff – zuletzt im Zusammenhang mit der Außengastronomie in der Schmiedstraße – wird in der Öffentlichkeit über mehr Zuständigkeiten gesprochen. Burgdorff verantwortet als Dezernentin zentrale Bereiche der Stadtentwicklung und damit auch der Mobilitätsplanung. Ob und in welchem Umfang der Oberbürgermeister künftig auch hier stärker steuernd eingreifen möchte, ist offen. Klar ist jedoch: Die Frage nach der richtigen Balance zwischen Verkehrswende, Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität dürfte Aachen weiterhin intensiv beschäftigen. cf RWTH: TEMPO FÜR KLIMANEUTRALITÄT Klimaneutrale Mobilität wird häufig allein mit Elektroautos gleichgesetzt. Doch für eine erfolgreiche Energiewende im Verkehr braucht es mehr als Batterien: neue Kraftstoffe, internationale Energiepartnerschaften und klare politische Rahmenbedingungen. An der RWTH Aachen beschäftigt sich Dr.-Ing. Bastian Lehrheuer, Oberingenieur am Lehrstuhl für Thermodynamik mobiler Energiewandlungssysteme und Geschäftsführer des Exzellenzclusters The Integrated Fuel & Chemical Science Center (FSC2), mit nachhaltigen Antriebssystemen und klimafreundlichen Energieträgern. Klimaneutral sei Mobilität erst dann, wenn über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs keine Treibhausgase entstehen würden, erklärt Lehrheuer. Entscheidend sei eine umfassende Betrachtung – von der Energiequelle über Herstellung und Nutzung bis hin zum Recycling. Neben der Elektrifizierung könnten dabei auch synthetische Kraftstoffe eine Rolle spielen: Sogenannte E-Fuels entstehen mithilfe erneuerbarer Energie, Wasserstoff und Kohlenstoff und könnten langfristig fossile Kraftstoffe ersetzen. Am RWTH-Exzellenzcluster FSC2 arbeiten Forschende aus verschiedenen Disziplinen an neuen Molekülen, Kraftstoffen und Verfahren. Ihr Ziel: Klimaneutralität in Deutschland möglichst schon vor 2050 zu erreichen. Die RWTH-Wissenschaftler drücken dafür aufs Tempo. Zukunft made in Aachen eben! Wer Dr. Lehrheuer kennenlernen möchte, hat im Rahmen einer RWTH-Besichtigungsreihe im Juni Gelegenheit dazu (s. S. 24). www.fuelcenter.rwth-aachen.de

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