BAD AACHEN 06/2026

KULTUR Liebe. Fehde. Schicksal. Von Sabine Rother Es wird romantisch auf Burg Wilhelmstein – zumindest auf den ersten Blick. Zwischen den massiven Mauern des Bergfrieds bringt das DAS DA THEATER in diesem Sommer Shakespeares Romeo & Julia als Pop-Rock-Musical auf die Bühne. Regie führt Maren Dupont, die auch die Open-Air-Fassung geschrieben hat. Premiere ist am Donnerstag, 4. Juni, in Würselen-Bardenberg. Der Stoff gehört zu den bekanntesten der Weltliteratur. Entstanden vermutlich zwischen 1594 und 1596, wurde er unzählige Male bearbeitet – literarisch wie musikalisch. Im Zentrum steht die Liebe zweier junger Menschen, die in Verona verfeindeten Familien angehören: den Montagues und den Capulets. Ihre Beziehung entwickelt sich vor dem Hintergrund einer eskalierenden Fehde, die der Zukunft des Liebespaares im Weg steht. Dichtes Bühnenerlebnis „Es ist eine spannende Geschichte mit zahlreichen Konflikten, ein Drama mit großem Potenzial“, sagt Maren Dupont. Für sie geht es dabei um weit mehr als eine Liebesgeschichte. Gerade der Kontrast zwischen der zarten Beziehung und der brutalen Umgebung reizt sie. „Es werden ja sogar Todesopfer in Kauf genommen.“ Trotz aller Tragik wird es auch jede Menge Leichtigkeit und Humor bei den Musicalabenden geben. Die Inszenierung setzt auf starke Bilder, opulente historische Kostüme und eine moderne musikalische Umsetzung. Rock- und Pop-Songs greifen die Emotionen der Figuren auf und spiegeln das Spannungsfeld der Handlung. Zu hören sind unter anderem melancholische Anklänge im Stil von Coldplay sowie Titel wie Michael Jacksons The Way You Make Me Feel. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der beiden Hauptfiguren. Romeo erscheint zunächst als sprunghafter junger Mann, der nicht genau weiß, was er will. Julia dagegen wächst aus ihrer anfänglichen Unsicherheit heraus zu einer entschlossenen Persönlichkeit. „Sie erkennt plötzlich, dass sie alles für diese Liebe wagen wird – und ist dabei ganz klar, ohne Schnörkel“, sagt Dupont. Die Direktheit der Vorlage fasziniert sie immer wieder: „Sie fragt Romeo: ‚Liebst du mich?‘ – und damit ist die Entscheidung gefallen.“ Eine „rosarot verzuckerte Romantik“ will die Regisseurin ausdrücklich vermeiden. Stattdessen zeigt sie ein modernes Paar, gespielt von Timo Aust und Sarah Artley, das für seine Liebe kämpft. „Oft sind es Kleinigkeiten, die alles verändern. Ein verzögerter Brief, ein Missverständnis“, sagt Dupont. „Aber so ist das Leben.“ Wenn die verfeindeten Lager aufeinandertreffen, wird es turbulent. Die Szenen spielen meist auf öffentlichen Plätzen Veronas, begleitet von aufgeheizten Menschenmengen. Die Kämpfe sind zentral für die Inszenierung und werden intensiv vorbereitet. Bereits zu Beginn begegnen sich Benvolio, Romeos Freund, und Tybalt, Julias Cousin. Ein Duell wird zunächst verhindert, doch die Fürstin von Verona droht bei weiteren Ausschreitungen mit der Todesstrafe. Dass es dennoch zur Eskalation kommt, ist bekannt. Umso wichtiger ist die präzise Umsetzung der Fechtszenen. „Auch das ist Choreografie“, sagt Dupont. Ein Kampfchoreograph aus Gießen unterstützt die Probenarbeit. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Charakterzeichnung. „Wie kämpft Tybalt? Aggressiv, vom Hass geprägt? Und was zeichnet Mercutio aus?“ Diese Fragen fließen direkt in die Darstellung ein. So verbindet die Inszenierung Action und Figurenentwicklung zu einem dichten Bühnenerlebnis – mit Live-Musik, Tanz und einem starken Ensemble. VERONA IN WÜRSELEN ERLEBEN Romeo & Julia – das Pop-Rock-Musical ist vom 4. bis zum 28. Juni auf Burg Wilhelmstein in Würselen-Bardenberg zu sehen. Die Aufführungen beginnen jeweils um 20 Uhr. Gespielt wird bei jedem Wetter; die Zuschauerplätze sind größtenteils überdacht. www.dasda.de/romeo-und-julia Das DAS DA THEATER bringt Shakespeares Romeo & Julia als Pop-Rock-Musical auf die Bühne der Burg Wilhelmstein – mit starken Bildern, moderner Musik und einer Inszenierung zwischen Zartheit und Tragik. 16 | BAD AACHEN 06/26 Foto: Chris Carle

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