BAD AACHEN REITSPORT-WM 2026

SPORT VOLTIGIEREN Bei einer der spektakulärsten Disziplinen zeigen die besten Voltigierer der Welt Akrobatik auf dem Pferd auf höchstem Niveau – nach 2006 wieder im überdachten Dressurstadion. Von Natalie Brocks Akrobatik, Kunst, Musik und ein galoppierendes Pferd – Voltigieren ist seit jeher eine ganz besondere Disziplin im Pferdesport. Kaum eine andere Sportart verdeutlicht die Verbindung zwischen Mensch und Pferd so eindrucksvoll. Reitsport und tänzerische Elemente verschmelzen zu einer gemeinsamen Darbietung, die nicht selten für Gänsehautmomente sorgt. Unvergessen bleibt die Mozart-Kür von Kai Vorberg, mit der er sich vor genau 20 Jahren in Aachen zum Weltmeister krönte. Bei den Weltreiterspielen 2006 betrat das Voltigieren erstmals die große Bühne in der Soers – vor Tausenden von Zuschauern und mit einer Live-Übertragung, die weit über die Pferdesportszene hinaus Aufmerksamkeit erregte. Für den voltigierenden Mozart sind die damaligen Weltmeisterschaften bis heute „ein Erlebnis, das sich tief eingebrannt hat“. Nun kehrt er an den Ort seines größten sportlichen Erfolgs zurück – diesmal als Bundestrainer der deutschen Mannschaft. Zuschauerliebling Voltigieren Bis heute hat sich die künstlerische Disziplin fest im Programm des CHIO Aachen etabliert. Traditionell eröffnen die Voltigierteams in der Albert-Vahle-Halle die Wettkampfwoche und begeistern Jahr für Jahr das Publikum. Kein Wunder: Die Verbindung aus Sport, Musik und Show auf einem sich schnell bewegenden Pferd fasziniert auch Zuschauer, die mit dem Pferdesport bislang wenig Berührungspunkte hatten. Akrobatik, Kraft, Eleganz und spektakuläre Figuren in schwindelerregender Höhe ziehen die Besucher regelmäßig in ihren Bann. Dadurch entsteht eine Stimmung, die sich deutlich von den klassischen Dressur- und Springprüfungen unterscheidet. Vor allem die Kreativität der Kürprogramme begeistert und kann – wie einst bei Kai Vorberg – einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Doch beim Voltigieren geht es nicht nur um die perfekte Inszenierung. Im Mittelpunkt steht die Teamarbeit. Die Athleten müssen einander vertrauen, sich gegenseitig unterstützen und als Einheit auftreten. Gleichzeitig ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Voltigierern, Pferd und Longenführer unerlässlich. Nur wenn alle Beteiligten harmonieren, kann eine Spitzenleistung gelingen. Goldchancen für Deutschland Bei den FEI World Championships treffen in der Soers die besten Nationen der Welt im Preis der Sparkasse aufeinander. Das deutsche Team zählt dabei seit vielen Jahren zur internationalen Spitze und gehört auch unter Bundestrainer Kai Vorberg zu den Favoriten. Pferderücken als Bühne SPORT MIT ARTISTIK & ELEGANZ Vom 13. bis zum 16. August gehört Stadion 3 den Voltigierern. Wie schon bei den Weltreiterspielen 2006 finden die Wettbewerbe im eigens überdachten Dressurviereck statt und können damit von noch mehr Zuschauern verfolgt werden. Auf dem Programm stehen die Wettbewerbe der Einzelvoltigierer, Gruppen, Pas de Deux und des Nationen-Cups. Nach den Pflichtübungen am Donnerstag und den Technikprogrammen am Freitag folgen am Wochenende die Küren und Finals. Gerade diese zählen regelmäßig zu den emotionalen Höhepunkten eines Championats, denn der Verbindung aus Tanz, Akrobatik, Musik und Pferdesport sind kaum Grenzen gesetzt. Internationale Großereignisse sind dabei stets auch Schaufenster für innovative Choreografien und neue Ideen, sodass Überraschungen und unvergessliche Momente nahezu garantiert sind. www.aachen2026.com/de/programm/ voltigieren Deutschland ist historisch die erfolgreichste Nation im Voltigieren und kann auf eine außergewöhnliche Anzahl an Weltund Europameistertiteln verweisen. Hinzu kommt der Heimvorteil. Volle Tribünen, die Energie des Publikums und dessen Jubel „spürt man als Athlet, auch wenn man im Wettkampftunnel ist“, sagt Vorberg. Doch die Konkurrenz ist stark. Österreich gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Voltigiernationen und stellt regelmäßig Titelanwärter im Einzel und im Pas de Deux. Auch die Schweiz hat in den vergangenen Jahren zahlreiche internationale Spitzenvoltigierer hervorgebracht und dürfte insbesondere in den Einzelwettbewerben ein gewichtiges Wort im Kampf um die Medaillen mitreden. Frankreich wiederum verfügt traditionell über starke Gruppen und Einzelvoltigierer und zählt ebenfalls zu den Anwärtern auf Edelmetall. In den Wettbewerben Einzel Damen, Einzel Herren, Gruppen, Pas de Deux und Nationen-Cup dürfen sich die Zuschauer daher auf hochklassigen Sport und spektakuläre Darbietungen freuen. Kai Vorberg selbst freut sich darauf, dass „das Event für alle ein einmaliges Erlebnis wird. Wenn uns das gelingt, bin ich als Bundestrainer glücklich.“ Damit steht dem Voltigieren erneut die große Bühne offen – an jenem Ort, an dem die Disziplin bereits vor 20 Jahren ein begeistertes Publikum in ihren Bann zog. Legendär: Kai Vorberg als Mozart 2006. Foto: Holger Schupp 26 | BAD AACHEN WM 2026

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