BAD AACHEN REITSPORT-WM 2026

28 | BAD AACHEN WM 2026 SPORT VIELSEITIGKEIT Zwei Deutsche, drei Briten – diese fünf Reiterinnen und Reiter gelten als die heißesten Anwärter auf die WM-Titel. BAD AACHEN Stellt die Favoriten der Vielseitigkeit vor. Von Ute Steinbusch Wenn die Pferdesportathleten sich an vier Tagen in drei Disziplinen messen, dann ist wieder Vielseitigkeitszeit in Aachen. Aber aufgepasst: Die Abfolge der Einzelwettbewerbe findet bei der WM anders als beim CHIO in der Reihenfolge Dressur (an zwei Tagen in Folge), Gelände und Springen statt. Das bedeutet, dass die Entscheidung nicht schon auf den letzten Metern im Stadion fällt, wenn die Athleten von der kilometerlangen Geländestrecke in die Soers hineingaloppieren. Stattdessen wird der Springwettbewerb zum Nervenkitzel hoch drei, denn er bildet den Abschluss und entscheidet über Gold, Silber und Bronze. Was die Hoffnung auf die Teammedaille angeht, so ist wieder einmal Großbritannien das Maß aller Dinge. Die Leistungsdichte im britischen Kader ist so enorm hoch, dass die Inselreiter theoretisch drei Medaillenteams stellen könnten. Sie gelten als extrem gelände- und nervenstark. Demgegenüber geht die deutsche Equipe als amtierender Weltmeister an den Start und baut voll auf die Kulisse in der Soers. Trotz bitterer, verletzungsbedingter Ausfälle von Leistungsträgern wie Jérôme Robiné und Calvin Böckmann bleibt Deutschland der größte Gold-Herausforderer der Briten. Auf Goldkurs Fünf Namen stechen dabei besonders heraus. Zwei Deutsche und drei Briten gelten vor den Weltmeisterschaften als die heißesten Anwärter auf die Einzelmedaillen. BAD AACHEN stellt die größten Favoriten vor: Julia Krajewski, Michael Jung, Tom McEwen, Laura Collett und Yasmin Ingham. Nervenkitzel mal drei Julia Krajewski (D) hat sich durch ihren sensationellen Doppelsieg beim CCI4* in Luhmühlen – wo sie mit Uelzener's Nickel Deutsche Meisterin wurde und mit Tullabeg Platinum Platz zwei belegte – zur heißesten deutschen Einzel-Medaillenkandidatin gekrönt. Die 37-jährige Einzel-Olympiasiegerin von Tokio sicherte sich noch im Juni mit einem spektakulären Start-Ziel-Sieg zum fünften Mal den deutschen Meistertitel. Damit zieht sie mit den Legenden Ingrid Klimke und Horst Karsten als Rekordhalterin gleich. Sie hat als einzige deutsche Reiterin zwei Pferde auf der Longlist für die WM. Michael Jung (D) bringt mit seinem AusnahmeWallach fischerChipmunk FRH die maximale Championatserfahrung mit. Der dreifache Olympiasieger ließ die Deutschen Meisterschaften der Vielseitigkeitsreiter in Luhmühlen bewusst aus. Der Grund war spektakulär: Er gab parallel sein offizielles Debüt in der exklusiven FEI League of Nations 2026 – der Top-Nationenpreisserie der Springreiter – in Rotterdam. Dass ein Vielseitigkeitsreiter zeitgleich für ein deutsches League-of-Nations-Team im reinen Springreiten nominiert wird, unterstreicht Jungs beispielloses reiterliches Genie. Er hatte sich zuvor mit seinem neuen Top-Parcourspferd fischerheros Z durch fehlerfreie Runden im Nationenpreis von Mannheim empfohlen. Trotz seines Fehlens bei der DM in Luhmühlen wurde er vom Deutschen Olympischen Komitee für Reiterei direkt auf die offizielle Longlist für die Weltmeisterschaft in Aachen gesetzt. Aufgrund seines Ausnahmestatus im Team ist seine Nominierung für das deutsche WM-Quintett reine Formsache. Jungs Erfolgspferd ist der 18-jährige Professor fischerChipmunk FRH. Er präsentiert sich laut Experten und Jungs Trainerteam fitter und motivierter denn je. Nach Deutsche Meisterin: Julia Krajewski. Foto: ALRV/A. Bronkhorst Erfahren: Michael Jung. Foto: Studio Strauch

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