BAD AACHEN REITSPORT-WM 2026

42 | BAD AACHEN WM 2026 SPORT PARA-DRESSUR Wenn Vertrauen, Präzision und Partnerschaft zu Höchstleistungen führen: Die Para-Dressur feiert in Aachen ihre große WM-Premiere – und bleibt. Para-Dressur in der Soers Die kleinen Unterschiede Erfolgreiche Para-Pferdesportlerin: Regine Mispelkamp. Fotos: CHIO Aachen CAMPUS Von Natalie Brocks Eine neue Disziplin feiert ihre Premiere auf der großen Bühne der Soers – und sie wird bleiben. Denn ab 2027 wird die Dressur als einzige paralympische Reitdisziplin fester Bestandteil des CHIO Aachen. Für ALRV-Präsidentin Stefanie Peters ist das ein wichtiges Signal: „Inklusion und Gleichberechtigung müssen im Sport heute selbstverständlich sein.“ Damit übernimmt Aachen erneut eine Vorreiterrolle. Für die Olympiabewerbung ihrer Kaiserstadt sind die Aachenerinnen und Aachener Feuer und Flamme und haben dies beim Ratsbürgerentscheid im April mit deutlicher Mehrheit bekräftigt. Doch das olympische Flair lässt nicht mehr lange auf sich warten. Denn bei den diesjährigen FEI World Championships wird die einzige paralympische Reitdisziplin erstmals vor dem fachkundigen Aachener Publikum ausgetragen. Vom 19. bis zum 23. August kommen die Para-Dressurathletinnen und -athleten aus aller Welt in den Allianz Park und zeigen gemeinsam mit ihren Pferden Spitzenleistungen. „Das ist für uns eine Herzensangelegenheit, denn die Para-Dressur und ihre Athletinnen und Athleten verdienen diese Sichtbarkeit“, erklärt Stefanie Peters. Der Para-Dressursport stellt vor allem die Bewertung der Ritte vor besondere Herausforderungen, denn Athletinnen und Athleten mit unterschiedlichen körperlichen oder sensorischen Behinderungen treten gegeneinander an. Zu den Teilnehmenden gehören Rollstuhlfahrer, Menschen mit Sehbehinderung sowie Reiterinnen und Reiter mit Funktionseinschränkungen der Arme oder Hände. Um dennoch einen vergleichbaren und fairen Wettkampf zu gewährleisten, werden die Teilnehmenden entsprechend ihres funktionellen Vermögens in fünf Startklassen, sogenannte Grades, eingeteilt. Dabei gilt: Je höher der Grade, desto geringer ist die Beeinträchtigung. Um körperliche Einschränkungen auszugleichen, sind kompensatorische Hilfsmittel wie spezielle Zügeleinrichtungen oder angepasste Sättel erlaubt. Auch die Nutzung von Gerten oder speziellen Sporen ist möglich. Bei sehbehinderten Reiterinnen und Reitern stehen zudem sogenannte Caller am Vierecksrand und rufen während des Ritts die Buchstaben zur Orientierung aus. Ansonsten erfolgt die Bewertung der Dressuraufgaben nach den bekannten Kriterien. Auch eine anspruchsvolle, selbst gestaltete Kür zur Musik gehört zum WM-Programm und bildet – wie in der klassischen Dressur – einen der Höhepunkte des Championats. Eine ganz besondere Verbindung Das Ziel der Para-Dressur unterscheidet sich nicht von dem der klassischen Dressur: Harmonie, Präzision und die feine Kommunikation zwischen Mensch und Pferd. Dennoch rückt die Partnerschaft hier besonders in den Fokus. Aufgrund ihrer individuellen Einschränkungen sind die Reiterinnen und Reiter in besonderem Maße auf das Vertrauen und die Sensibilität ihrer Pferde angewiesen. Die ParaDressur zeigt eindrucksvoll, wie eng Mensch und Tier zusammenarbeiten und wie aus gegenseitigem Respekt eine außergewöhnliche

RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=