Rückenwind 03/2026

6 • Auch die RB 27 von Köln kommend endet bereits in Troisdorf, zahlreiche kleinere rechtsrheinische Stationen verlieren ihren regelmäßigen Bahnanschluss. • Die RB 30 zwischen Remagen und Bonn fährt ebenfalls nicht mehr, wodurch eine wichtige Verbindung zwischen Rheinland-Pfalz und der Bundesstadt wegfällt. • Die RB 48 ist nur noch zu den Hauptverkehrszeiten zwischen Köln und Bonn unterwegs. • Die S 19 fährt auf dem Abschnitt Flughafen Köln-Bonn-Hennef nur im Stundentakt. In der Summe bedeutet das: weniger Züge, längere Wartezeiten, volle Wagen und deutlich geringere Flexibilität. Besonders stark betroffen sind Beschäftigte in Schichtarbeit und unregelmäßigen Arbeitszeiten. Alternativen: Andere Rheinseite, Busse? Die vorgesehenen Alternativen – Umleitungen über die linke Rheinseite, Ersatzbusse und angepasste Fahrpläne – können die Ausfälle kaum kompensieren. Besonders problematisch ist die Verlagerung des Verkehrs auf die ohnehin hoch ausgelastete linksrheinische Strecke zwischen Köln und Koblenz. Dort konkurrieren umgeleiteter Fernverkehr und weiterhin notwendiger Güterverkehr um knappe Trassen. Verspätungen, überfüllte Züge und eine sinkende Planbarkeit sind die Folge. Die Auswirkungen reichen spürbar bis in den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis und den Kreis Euskirchen, deren Anbindung an Köln und Bonn indirekt unter Druck gerät. Die Ersatzbusse werden zudem auf Straßen eingesetzt, die schon jetzt tagsüber be- und überlastet sind. Zusätzlich verschärft sich die Situation durch parallele Einschränkungen im Straßennetz, insbesondere im Bonner Raum. Die Sperrung der Nordbrücke für den Schwerlastverkehr zwingt zusätzliche Verkehre auf andere Rheinbrücken und Zubringerstraßen. Zudem wird weiter am Endenicher Ei gebaut, mit teilweisen Sperrungen der A565. Damit geraten Bahn-, Bus- und Straßenverkehr gleichzeitig an ihre Leistungsgrenzen. Fahrrad statt Stau und volle Busse In dieser Situation bietet sich eine Alternative an, die bislang oft nur als Ergänzung galt: das Fahrrad. Nicht als Notlösung, sondern als pragmatische Antwort auf ein über Monate hinweg instabiles Verkehrssystem. Strecken bis 15 Kilometer sind für Radfahrende gut machbar. Busse sollen von Juli bis Dezember die gestrichenen Bahnlinien rechts- und linksrheinisch ersetzen. Es ist zu befürchten, dass die Busse mit dem Autoverkehr im Stau stehen. Foto: Deusche Bahn/ Stefan_Wildhirt Foto: DB AG/Main Motion | Grafik: DB AG Der Bahnhof in Bad Honnef (oben) wird abgerissen und zum S-Bahnhof in 400 Meter Entfernung verlegt. Dort werden S-Bahn und DB-Züge verknüpft (Skizze rechts). VERKEHRSPOLITIK

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