66 | BAD AACHEN TSCHIO 2026 TSCHIO AACHEN 2026 Großer Preis im Fokus Rund um diese einzigartige Prüfung, den Rolex Grand Prix, wurde ein ganzes Turnier gestaltet. Spannende Aussichten für alle Aachener, die den Favoriten lange zuvor ins Herz geschlossen haben. Von Ute Steinbusch Der Mann der Stunde heißt Richard Vogel! Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass es im Soerser Reitstadion mucksmäuschenstill sein wird, wenn der Wahl-Pfungstädter beim Rolex Grand Prix, dem Großen Preis von Aachen, im Rahmen des Öcher Kurzturniers an den Start geht. Der Springreiter hat in diesem Jahr bereits einen Rolex Grand Prix gewonnen, nämlich beim Dutch Masters in ’s-Hertogenbosch. Damit hat er die sagenhafte Chance, seine möglicherweise erneute Siegprämie zu potenzieren. Denn das Konzept des Rolex Grand Slam ist so verlockend wie genial: Es vereint die Majors in Aachen (GER), Genf (SUI), Spruce Meadows (CAN) und ’s-Hertogenbosch (NED) zu einem Wettbewerb um die prestigeträchtigste Trophäe im internationalen Pferdesport. Vier Turniere der Superlative, eine Herausforderung – ausgerichtet für die besten Reiter und Pferde der Welt. Wer zwei Turniere hintereinander gewinnt, erhält einen Bonus von 500000 Euro. Wem dies bei drei Turnieren in Folge gelingt, erhält eine Million Euro zusätzlich zum Preisgeld. Beim vierten Sieg in Folge winkt eine weitere Million Euro. Es zählt stets der Reiter oder die Reiterin; der Gewinn des Bonus ist auch auf unterschiedlichen Pferden möglich. Dieses System hat keinen Anfangs- oder Endpunkt, ist also losgelöst vom Kalenderjahr. So wird der Rolex Grand Slam zu einer unendlichen Geschichte, zu einem der spannendsten Konzepte im internationalen Sportgeschehen. Deutscher Live-Contender Einen einzigen Grand-Slam-Sieger hat es bislang gegeben: den Briten Scott Brash. Zwischen Dezember 2014 und September 2015 gewann er die Rolex Grands Prix in Genf, Aachen und Spruce Meadows in direkter Folge. Voller Demut äußerte sich denn auch Richard Vogel nach seinem Sieg in diesem Jahr in ’s-Hertogenbosch: „Ich freue mich wirklich sehr darüber, wie alles gelaufen ist. United Touch S ist in beiden Runden phänomenal gesprungen. Er ist wirklich ein fantastisches Pferd. Wie er nach so engen Wendungen Oxer springen kann – ich glaube, er ist das einzige Pferd, das das kann. Er ist unglaublich athletisch. Ich bin überglücklich über dieses Ergebnis.“ Und der siegreiche Reiter fügte hinzu: „Alle Majors des Rolex Grand Slams sind die besten Turniere der Welt – und das bedeutet, dass dort die besten Reiter mit ihren besten Pferden antreten. Sie sind die Highlights unseres Turnierkalenders. Deshalb ist es ein so großes Privileg, heute der Beste gewesen zu sein. Dass ich jetzt als Live-Contender nach Aachen reisen werde, setzt mich natürlich unter Druck, aber es ist ein schöner Druck, und wir werden versuchen, uns einen guten Plan zu überlegen, wie wir dort zur Höchstform auflaufen können.“ Trotz zehn Konkurrenten im abschließenden Stechen hatte Vogel mit seinem Hengst United Touch S früh die Richtzeit vorgegeben, die kein anderes Paar mehr zu toppen vermochte. Neben dem Rolex Grand Prix am Sonntag warten beim dreitägigen TSCHIO Aachen jede Menge weitere Schmankerl: Am Freitag und Samstag gibt es verschiedene Fünf-Sterne-Springen. Hinzu kommen Prüfungen für die Nachwuchspferde (s. Programm S. 70). „Wir freuen uns, die Weltelite hier bei uns in Aachen begrüßen zu dürfen – ausnahmsweise schon im Mai“, betont Aachen-Laurensberger Rennverein-Vorstandsmitglied Birgit Rosenberg mit Blick auf die Springreiter. Die zuvor angedachten Prüfungen in der Para-Dressur wurden aufgrund der laufenden Baumaßnahmen für die Reit-WM im August in das CHIO Aachen CAMPUS-Turnier vor einigen Wochen integriert. So konnten den Para-Athletinnen und -Athleten die bestmöglichen Voraussetzungen und ein exklusiver Zugang zu den permanenten Stallungen geboten werden. Aachens einmalige Atmosphäre Apropos CHIO: Für die Aachener ist der CHIO – das steht für Concours Hippique International Officiel und meint ein internationales Reitsportevent mit mindestens zwei Disziplinen und mit Nationenpreisen – oftmals umgangssprachlich das Tschio. Da es den normalen CHIO Aachen im Jahr 2026 nicht gibt, nicht die sonst üblichen Nationenpreise und nicht alle Disziplinen, heißt das Turnier vom 22. bis zum 24. Mai TSCHIO – ein charmantes Zeichen für Heimatliebe, Tradition und die Verbundenheit mit den Menschen, die das Weltfest des Pferdesports jedes Jahr zu etwas ganz Besonderem machen. Grund für die Änderungen ist das zweite Highlight 2026 in der Soers: die Weltmeisterschaften in sechs Disziplinen im August (s. dazu auch S. 68) So oder so ist das Öcher Reitturnier weit mehr als eine internationale Sportveranstaltung: „Es ist ein Stück Heimat, ein Fest der Gemeinschaft und ein Symbol für die einzigartige Atmosphäre unserer Region“, erklärt ALRV-Präsidentin Stefanie Peters. Richard Vogel darf sich auf ein Stadion freuen, in dem man eine Stecknadel würde fallen hören, wenn er beim Rolex Grand Prix 2026 ins weltberühmte Öcher Stadion galoppiert. Toi, toi, toi. Sonntag, 24. Mai, 12.40 Uhr, Hauptstadion www.chioaachen.de/de/programm-tschio/ Publikumsliebling: Richard Vogel beim CHIO Aachen 2025. Foto: Andreas Steindl
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