BAD AACHEN 07/2026

07/26 BAD AACHEN | 5 STADTHISTORIE Kontakt +49 241 51055 0 info@steinundpartner.de Bischof-Hemmerle-Weg 9 52076 Aachen steinundpartner.de Ihr Team im Handels- und Gesellschaftsrecht Dr. Edgar Stein | Thomas Schmitz | Markus Strauch Paul Kle昀mann | Marvin Fleischer ziert wurde. Echte Fachwerkhäuser gibt es in Aachen nicht mehr, seit die Stadt 1656 komplett abbrannte. Danach war Holzbau verboten. Die perfekte Illusion Das Aachener Modell, wie diese Form des Wiederaufbaus der Altstadt nach dem Zweiten Weltkrieg genannt wird, schuf an sehr vielen Stellen der Stadt eine perfekte Illusion. Die Denkmalbehörde der Stadt Aachen mit Stadtkonservatorin Monika Krücken und Dr. Andreas Priesters hat mit der Unterstützung der RWTH Aachen mit ihrem Lehrgebiet Bauforschung und Denkmalpflege im Rahmen der Aktion Expedition Altstadt in diesem Frühjahr zahlreiche Gebäude mit QR-Codes markieren lassen, die den Passanten Hinweise zur jeweiligen Baugeschichte der Häuser geben. So werden Translozierungen sichtbar, und den Menschen wird der Wiederaufbau Aachens nahegebracht. Ein Beispiel für das Recycling verschiedener dekorativer Bauelemente ist das ehemalige Haus des Antiquitätenhändlers Lüttgens am Hühnermarkt, in dem sich heute ein Geschäft für Einrichtungsaccessoires befindet. Der Bauherr mit Freude an Altertümchen hat sein Mansardenhaus im Öcher Barock besonders stilvoll verschönern lassen. Es wirkt, als hätte es immer hier gestanden, und passt perfekt zum benachbarten Couven Museum. Die alte Stadtvilla der Familie Monheim hat den Krieg fast unbeschadet überlebt; die damals neuzeitlichen Schaufenster hat man dem Stil des Hauses wieder angepasst. Während der Aufbauzeit hat die Stadt viele Fassaden und deren Elemente zur Wiederverwendung in der Aula Carolina und dem benachbarten Kaiser-Karls-Gymnasium ausgestellt. So kam mancher Bauherr zu seinem Altstadthaus. Ebenfalls am Hühnermarkt gelegen ist das Haus Zum Apfelbaum mit der Gastronomie Hexenhof. Dieses Gebäude musste nach dem Krieg komplett erneuert werden. Es bekam eine translozierte Fassade, verlor sein Türmchen und einen ehemals imposanten Torbogen. Seine Hausecke, die den Krieg als einziges Element überlebt hatte, wurde an der Ecke Neupforte/Mostardstraße verbaut. So wanderten Häuser und Bauteile in Aachen von Ort zu Ort. Hühnermarkt 19 Foto: Stadt Aachen/Olaf Rohl Vorher & nachher: Zum Apfelbaum, Krämerstraße 7 Fotos: Stadt Aachen

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