BAD AACHEN 08/2026

GASTRO-TIPP In Aachen heißt es Fritten. Punkt. Natürlich weiß jeder, was gemeint ist, wenn irgendwo von Pommes die Rede ist. Aber wer zwischen Dom und Dreiländereck aufgewachsen ist, bestellt eben sein Frittchen. So selbstverständlich wie Printen zu Weihnachten oder ein Ausflug nach Vaals am Wochenende. Und was könnte besser zu den Sommerferien passen als eine Schale Fritten auf die Hand? Beim Bummel durch die Aachener Innenstadt, beim entspannten Treffen mit Freunden oder beim WM-Special im August, wenn die Stadt noch ein bisschen lebendiger wird. Manchmal braucht es nicht mehr als eine knusprige Portion Kartoffelglück, um das sommerliche Treiben zu genießen. Im Dreiländereck schmeckt’s goldgelb Dass Aachen dabei ein echter Glücksfall für Frittenfans ist, liegt an seiner besonderen Lage. Im Dreiländereck treffen deutsche, belgische und niederländische Esskultur aufeinander – und jede hat ihre eigene Vorstellung von der perfekten Portion. In Belgien sind Fritten fast schon Kulturgut. Zweimal frittiert, außen goldbraun und knusprig, innen herrlich weich, dazu Mayonnaise oder eine der vielen typischen Saucen wie Andalouse oder Samurai. Ein Besuch in einer belgischen Friture gehört für viele genauso dazu wie der Abstecher über die Grenze. Nur wenige Kilometer weiter beginnt die niederländische Frittenwelt. Dort wird nicht nur anders gewürzt, sondern manchmal sogar anders gesprochen. Je nach Region bestellt man Patat oder Friet. Im grenznahen Limburg, das viele Aachener bestens kennen, heißt es meist Friet. Und wer einmal Friet Speciaal mit einer Kombination aus Mayonnaise und (Curry-)Ketchup sowie gehackten, rohen Zwiebeln probiert hat, weiß: Auch unsere Nachbarn verstehen ihr Handwerk. Genau diese Vielfalt macht das Dreiländereck aus. Heute nach Kelmis, morgen nach Maastricht, am Wochenende nach Vaals – und überall wartet eine etwas andere Interpretation derselben einfachen Idee. Die Fritte wird so fast zum kulinarischen Reisepass der Region. Und dann ist da noch der Sommerurlaub. Für viele Aachener geht es traditionell Richtung Zeeland. Domburg, Zoutelande oder Renesse – Orte, an denen Strand, Nordseeluft und Fritten einfach zusammengehören. Mit Sand an den Füßen, Meeresrauschen im Ohr und einem Frittchen in der Tüte über die Promenade zu schlendern – viel mehr Feriengefühl braucht es eigentlich nicht. Kalorien hin oder her. Ob Fritten, Friet, Frieten oder Patat – die Kartoffel verbindet das Dreiländereck auf ihre ganz eigene Weise. Und vielleicht ist der Sommer genau der richtige Anlass, sich mal wieder ganz bewusst eine Portion knuspriges Gold zu gönnen. Einfach so. Weil Ferien sind. Und weil es in Aachen eben Fritten heißt. cf Fritten Freude Ferien! Eine kleine Liebeserklärung an die knusprigste Spezialität der Region. Fotos: shutterstock.com/stockcreations 46 | BAD AACHEN 08/26

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