BAD AACHEN CHIO 2022

BAD AACHEN CHIO 2022 | 39 Einer- und Zweierwechsel unter anderem zu den Klängen von Bohemian Rhapsody machten seine Kür zu einem Highlight. „Er wollte sich präsentieren. Ich bin sehr stolz auf ihn“, gab Werth unmittelbar nach ihrem Ritt freimütig zu. Bodenständig und sehr ehrgeizig Ausnahmesportlerin Isabell Werth bleibt trotz aller Erfolge die bodenständige rheinische Frohnatur, die auch mal mit ihrer Mäzenin hinten drauf per Roller über das Turniergelände braust und die immer wieder happy ist, wenn es heim zu Sohn Frederik und Lebensgefährte Wolfgang Urban geht. Dort, wo ehemals der Kuhund später der Schweinestall standen, steht nun der weitläufige Stutenstall am Rande von Rheinberg. Die bald 53-Jährige weiß, dass sie viel Glück im Leben hatte: „Ich wäre wahrscheinlich nie Olympiasiegerin geworden, wenn ich nicht ganz in der Nähe bei Dr. Uwe Schulten-Baumer hätte reiten lernen können.“ Apropos Olympia: Als die Tagesschau im Herbst vergangenen Jahres verkündete, in drei oder vier Jahren werde die Sportkarriere von Isabell Werth enden, ließ sie ein Werth-Zitat nicht unerwähnt: „Paris 2024 ist für mich eine Zäsur.“ Eine Zäsur, auf die sie mit unendlich großem Ehrgeiz hinarbeitet. Auch wenn sich bei ihr zu Hause die Trophäen und Schleifen schon türmen. Isabell Werth hat so viele Medaillen gewonnen wie kein anderer Reiter, keine Reiterin der Welt. Mit noch einer olympischen Goldmedaille würde sie Kanutin Birgit Fischer als Deutschlands erfolgreichste Olympiaathletin überholen. Das alles ist Quantaz zwar erst mal ziemlich egal, an seiner Siegesserie auf dem Weg zu den nächsten Spielen wird Werth trotzdem weiter feilen. SPORT DRESSUR: ELEGANZ & PERFEKTION Allein 14-mal hat Isabell Werth den Großen Dressurpreis von Aachen gewonnen. Wer könnte der Königin im Viereck in diesem Jahr die Stirn bieten? Tatsächlich rangiert Isabell Werth aktuell (nur) auf Rang vier der Weltbestenliste. Angeführt wird diese von einer anderen Deutschen: Jessica von Bredow-Werndl. In Aachen tritt die 36-Jährige 2022 nicht an, da sie im August ihr zweites Kind erwartet. Dann wären da aber noch Catherine Dufour aus Dänemark und Charlotte Dujardin aus Großbritannien, die mit 30 und 37 Jahren mächtig Druck auf die ehedem so berühmte Vormachtstellung der Deutschen in der Dressur ausüben. Doch gerade das macht die Wettkämpfe besonders spannend, die im Übrigen nicht nur für Kenner etwas sind, sondern mit ihrer Eleganz, Schönheit und Perfektion jeden Betrachter verzaubern. Notiz am Rande: Der erste Mann auf der Weltrangliste steht auf Position 8, HansPeter Minderhoud aus den Niederlanden. www.chioaachen.de/de/programm/dressur Foto: Holger Schupp

RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=