BAD AACHEN REITSPORT-WM 2026

WM AACHEN 2026 6 | BAD AACHEN WM 2026 Wir haben als Kosten möglicherweise Ausgaben für Sicherheit und Ordnung. Da engagieren wir uns ohnehin bei jedem CHIO. Olympische Spiele werden für die Stadt Aachen deshalb keine Mehrkosten bedeuten. Wir haben die ÖPNV-Struktur, die Sicherheitsstruktur, wir wissen, wie die Verkehrsströme verlaufen, wenn 40000 Leute gleichzeitig das Reitstadion verlassen. Das kennen wir alles schon. BAD AACHEN: In der Vergangenheit hat es zwischen dem ALRV und der Stadt gehakt, was den Ausbau des Sportparks Soers, die geplante Halle, den weiteren Turnierplatz und die Erweiterung des Geländes angeht. Geht es jetzt wirklich voran? Ziemons: Ja, der Bauantrag ist bei der Bezirksregierung. Wir haben einen gemeinsamen Plan und ein gemeinsames Bild. Und das ist nicht nur Absicht, sondern in Papier gegossen. Die Anträge sind fristgerecht gestellt worden. Wenn man bedenkt, dass wir im November quasi noch einmal bei Null angefangen haben, ist das eine Rekordleistung gewesen, die nur geklappt hat, weil ALRV und Stadt Hand in Hand eng abgestimmt zusammengearbeitet haben. BAD AACHEN: Für den ALRV ist das fast eine überlebenswichtige Perspektive, Frau Peters. Sie haben jetzt schon zu wenig Platz und sind dringend auf eine Erweiterung angewiesen. Wie lange wird das dauern mit den Bauprojekten? Peters: Wir hatten viele Jahre Zeit zu planen, haben uns immer weiter spezialisiert und teilweise anpassen müssen. Die Baukosten haben sich seit 2019 gefühlt verdoppelt. Zeitplanmäßig sind wir in einem ziemlich engen Korsett, weil wir uns in einer Strukturmittelförderung befinden. Wir müssen bis Ende 2029 fertig sein. Das werden wir schaffen, daran haben wir keinen Zweifel. Wir haben eine ganz klare Planung, wie die Ausschreibung läuft und zu welchem Zeitpunkt mit dem ersten Spatenstich begonnen wird. Besonders wichtig ist das für die in die Jahre gekommene Albert-Vahle-Halle. Wir brauchen die neue Halle als Gesicht für den CHIO Aachen CAMPUS und als Eventhalle für die vielen Turniere, die wir indoor machen. Gleichzeitig brauchen wir unbedingt die Geländeerweiterung. BAD AACHEN: Für Sie persönlich ist die WM nicht nur eine logistische Aufgabe mit zahlreichen Gesprächen, Beratungen und Entscheidungen, sondern auch eine repräsentative Herausforderung. Wie bereiten Sie sich darauf vor – mit Vorfreude, Nervosität, Anspannung? Peters: Man muss das gerne machen, sonst wird es wirklich herausfordernd. Ich mache das sehr gerne. Man muss die Offenheit haben, gerne auf jeden Menschen zuzugehen, und mir kommt zugute, dass ich den Sport unglaublich gut kenne, weil ich seit so vielen Jahren ehrenamtlich beim ALRV tätig bin und gefühlt jeden Grashalm kenne. Das gibt mir große Sicherheit. Wenn man authentisch ist, wird das alles gut gelingen. Bei der WM werden wir deutlich mehr internationale Ehrengäste sowie Gäste aus der Bundespolitik haben als beim CHIO. Die Leidenschaft, die ich für diesen Sport und für diese Veranstaltung mitbringe, hilft über ein bisschen Nervosität hinweg. Ziemons: Solche Begegnungen nutzen wir sehr gezielt, um ins Gespräch zu kommen, Menschen unsere Stadt zu zeigen, von unserer Stadt zu überzeugen und Themen zu besprechen, die für unsere Stadt und für unsere Region wertvoll sind. Und bei der WM werden wir noch einmal sehr für Olympia werben, zumal die IOC-Präsidentin in Aachen erwartet wird. Wir werden sie und andere internationale Gäste ins Rathaus einladen. BAD AACHEN: Mit wie vielen Gästen rechnen Sie? Peters: Mit 500- bis 550000, etwa 200000 mehr als beim CHIO, aber die WM dauert ja auch länger. Viele werden sich öfter als sonst in der Innenstadt aufhalten, um essen zu gehen oder das WM-Special zu erleben. Bei zwölf Tagen ist nicht jeder nur zwölf Tage in der Soers. BAD AACHEN: Richard Vogel sagt, er werde die WM im eigenen Land, in Aachen, nie vergessen. Wer ist Ihr Favorit? Peters: Beim CHIO waren die 30 Besten der Weltrangliste dabei, mindestens 20 davon hätten der Sieger sein können. Das ist so tagesformabhängig. Ich würde es Richard Vogel gönnen, und ich würde es auch anderen gönnen. Bei mir schlägt immer das DressurHerz. 2006 hat Isabell Werth den Spezial im großen Stadion gewonnen. Das war Gänsehaut pur. Ich wünsche Isabell sehr, dass sie auch diesmal wieder ganz vorne stehen kann. BAD AACHEN: Und Ihr Favorit, Herr Ziemons? Ziemons: Ich mag tatsächlich Richard Vogel besonders gerne und kann auch sagen, warum: Er ist der Liebling unserer Mitarbeiter im Veterinäramt. Er bringt seine Pferde selbst zur Horse-Inspection, weil die ihm so am Herzen liegen. Das beeindruckt mich. Fotos: Andreas Steindl

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