BAD AACHEN WM 2026 | 5 WM AACHEN 2026 BAD AACHEN: Sehr spät. Ziemons: Relativ spät, ja. Mich hat die Stimmung im Stadion und in der Stadt geflasht. Während des Turniers gibt es ein anderes Flirren und Kribbeln in der Stadt. Das spürt man auch, wenn man vorher nicht auf dem Gelände war. Das hat mit dem internationalen Charakter, mit den fremden Sprachen, die man hört, zu tun, mit glücklichen Menschen, die von der Soers in die Innenstadt kommen. Auf dem Turniergelände hat mich – und auch meine Frau – begeistert, wie spannend dieser Sport ist. Wir haben dann für jedes Turnier Karten gekauft. BAD AACHEN: Welche Bedeutung hat diese WM, hat der CHIO für die Stadt Aachen und die Region? Für den Einzelhandel, für den Tourismus – kann man das messen? Ziemons: Ja, das kann man messen. Wir können ja auch messen, was uns das Eurogress, das Reitturnier, der Tivoli bringen – Institutionen, die Menschen in die Stadt holen. Das hat mit Hotellerie, mit Gastronomie, mit Tourismus zu tun. Und: Menschen kennen nachher diese Stadt, sie ist auf der internationalen Landkarte verankert, und sie ist mit positiven Erlebnissen verbunden. Das ist nicht zu unterschätzen. BAD AACHEN: Die Eröffnungsfeier schafft stets gleich zu Beginn eine besondere Atmosphäre. Jetzt wird die Feier noch größer, mit mehr Nationen denn je, mit mehr Teilnehmenden, mit exzellenten musikalischen Akzenten. Ist diese Dimension eine ganz andere Herausforderung als bei den bisherigen Eröffnungen? Peters: Natürlich versuchen wir, jede Eröffnungsfeier besonders zu gestalten. Beim CHIO haben wir immer ein Partnerland. Für die WM haben wir uns selbstverständlich etwas Besonderes überlegt, weil wir das Publikum überraschen und begeistern wollen. BAD AACHEN: Sie legen großen Wert auf die Internationalität, aber Ihnen ist gleichzeitig auch die Integration von jungen Reiterinnen und Reitern wichtig. Peters: Die jungen Reiterinnen und Reiter spielen schon bei der Eröffnungsfeier eine wichtige Rolle, auch viele Kinder und Jugendliche, die auftreten. Das wird ein schönes, buntes Programm. Und wir werden bei der WM zum ersten Mal Para-Dressur als Disziplin ausrichten. Wir werden das danach in den CHIO integrieren. Das Gleiche gilt für Jugendprüfungen, das machen wir schon seit vielen Jahren, wir möchten das intensivieren. Die enge Verzahnung zwischen Profireitern und Nachwuchssportlern ist wertvoll, nicht nur was den Sport unmittelbar angeht, sondern auch den Umgang mit Medien, mit Sponsoren, mit Veranstaltern, da kann man als junger Mensch unfassbar viel lernen. BAD AACHEN: Aachen spielt bei der Olympiabewerbung eine große Rolle, nicht nur bei der NRW-Bewerbung, auch bei der Berliner. Kann sich die Stadt Aachen das überhaupt leisten angesichts der aktuellen Haushaltssituation? Was sagen Sie den Skeptikern, Herr Oberbürgermeister? Ziemons: Ich muss zuerst noch einen wichtigen Aspekt ergänzen: Wir sind als Familie mit unseren Eltern selbstverständlich jedes Jahr zum Kutschenrennen in den Aachener Wald gegangen. BAD AACHEN: Das lassen wir gelten, Frau Peters, oder? Peters: Okay, einverstanden! Ziemons: Den Skeptikern sage ich: Wir zahlen nichts. Es ist etwas völlig anderes, ob ich Olympia in ein strukturschwaches Gebiet bringe oder dort hinbringe, wo eine vorhandene Infrastruktur genutzt wird.
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