15 VERKEHRSPOLITIK Die Strecke wurde noch einmal leicht verändert. Das Bild zeigt den Verlauf über den Kunstrasen, den Haltepunkt am Posttower und den weiteren Verlauf hoch über der Franz-Josef-Strauß-Allee Richtung Bahnhof UN-Campus. Haltepunkt Posttower Streckenverlauf Streckenverlauf Foto: Drees & Sommer; Quelle: Google Earth über die bauliche Umsetzung. Dabei vergaß der Oberbürgermeister nicht zu betonen, „das Pilotprojekt zeige die Stärke der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung Bonn und Stadtwerken Bonn“. Da ist wohl einiges nach den letzten Monaten wieder herzurichten. Zudem muss man sich fragen, was der Wechsel des Projektsteuerers vor einem Jahr mehr gebracht hat als eine Verkürzung der Trasse auf dem Venusberg, verkürzte Haltestellen und mehr Rücksicht auf die Deutsche Post DHL und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Letzteres hat angeblich die Verschiebung der Haltestelle in Ramersdorf mit Abholzung des dortigen Wäldchens erwirkt. Während die Gesamtinvestition von rund 155 Millionen Euro netto auf Grund ziemlich sicher fließender Fördermittel weniger Sorgen machen, beziehen sich die Vorbehalte auf die erwarteten jährlichen Aufwendungen von 5,2 Millionen Euro, die sich aus den Betriebs- und Wartungskosten von rund 3,9 Millionen Euro sowie dem Kapitaldienst für den Investitions-Eigenanteil von etwa 1,3 Millionen Euro zusammensetzen. Mit Blick auf die prekäre Haushaltssituation der Bundesstadt Bonn sei zu prüfen, „ob die Seilbahn im Rahmen eines genehmigungsfähigen Haushalts umgesetzt werden kann“, so OB Déus. Dass bei einer 15-jährigen Planung die Baukosten und durch den Eigenanteil an den Investitionen und deren Verzinsung auch die Betriebskosten steigen, ist nicht verwunderlich. Die Verlängerung der Stadtautobahn A 100 in Berlin um drei Kilometer kostete laut Süddeutscher Zeitung 720 Millionen Euro. Während in Paris die neue, von der Streckenlänge sehr ähnliche Seilbahn aus den Vorstädten zu den Metrostationen seit Dezember 2025 läuft, kommt dem Projekt in Bonn anscheinend der Drive und die Entschlossenheit abhanden. Immerhin heißt es in der Mitteilung der Stadt: „Nach positivem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens kann der Bau der Seilbahn beginnen. Hierfür werden nach jetzigem Stand rund zwei Jahre und eine Inbetriebnahme der Seilbahn im Jahr 2032 eingeplant.“ Die Hoffnung stirbt zuletzt. Hans Frech | Bernhard Meier
RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=