WIRTSCHAFT Grenzenlos lebenswert Von Caroline Fister-Hartmann Dom, Rathaus, Altstadt, RWTH, Karneval, Karlspreis, (Reit-)Sport – reicht das nicht? Braucht Aachen mehr? Mehr Sichtbarkeit, mehr Profil, mehr gemeinsames Selbstverständnis? Die Initiative Aachen ohne Limits setzt genau hier an: Sie bündelt Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Stadtgesellschaft und arbeitet unter dem Dach des Place Branding Aachen e. V. daran, die Stärken der Region klarer herauszustellen. Im Mittelpunkt stehen Vernetzung, konkrete Projekte und eine stärkere Wahrnehmung über die Stadtgrenzen hinaus. Was abstrakt klingt, soll ganz praktisch werden – sagen Carlo Matic, Vorstandsvorsitzender von Place Branding Aachen (Foto, 3. v. l.), und Andreas Schneider, stellvertretender Vorsitzender (Foto, 6. v. l.), sowie Stefan Kiefer (Foto, 4. v. r.) als Geschäftsführer. Im BAD AACHEN-Interview stellen sie die Initiative und ihre Ziele vor. BAD AACHEN: Herr Matic, bringen Sie Aachen ohne Limits für uns doch einmal auf den Punkt. Matic: Aachen ohne Limits steht für ein neues Mindset: den Mut, größer zu denken und die Stärken, Erfolgsgeschichten und Möglichkeiten der Region international sichtbarer zu machen – für Unternehmen, Talente, Investitionen und die Menschen vor Ort. Kiefer: Und zwar anhand konkreter Beispiele – durch Geschichten, die zeigen, was der Standort heute schon kann. Matic: Schließlich hat die Stadt über Jahrhunderte gelernt, mit Grenzen umzugehen und sie zu überwinden. Daraus entsteht unser neues Selbstverständnis: nicht in Limits, sondern in Möglichkeiten zu denken. BAD AACHEN: Was sind aus Ihrer Sicht die Stärken unserer Stadt? Wo sehen Sie Lücken? Matic: Aachen ist in der Kombination aus Spitzenforschung, starker Industrie, internationaler Lage, Unternehmertum, Kultur und Lebensqualität ein wirklich außergewöhnlicher Standort. Schneider: Genau darin liegt aber auch das Problem: Diese Stärken werden oft nicht zusammen wahrgenommen. Matic: Ja, es fehlt eine stringente Erzählung. Jeder kommuniziert für sich; dadurch entsteht nach außen kein klares Bild, keine einheitliche Identität. BAD AACHEN: Zurück zum Claim mit grenzenlos hohem Anspruch. Wie stellen Sie sicher, dass aus Aachen ohne Limits mehr wird als eine gute Idee? Matic: Indem wir es nicht als Claim verstehen, sondern als Arbeitsprinzip. Kiefer: Wir sammeln Erfolgsstorys aus Unternehmen, Wissenschaft, Kultur und Stadtgesellschaft, bündeln sie und machen sie sichtbar – über Mitglieder, Veranstaltungen, Medien und Kampagnen. Schneider: Entscheidend ist, dass viele mitmachen und diese Inhalte mittragen. BAD AACHEN: Welches Netzwerk steht bereits heute dahinter? Und kann sich grundsätzlich jeder einbringen? Schneider: Wir sind ein schnell wachsendes Netzwerk engagierter Unternehmen und Institutionen, die Verantwortung für die Zukunft der Region übernehmen. Das Netzwerk ist bewusst offen angelegt: Unternehmen können Mitglied werden, Institutionen ihre Reichweite einbringen und auch Bürgerinnen und Bürger können zeigen, was unsere Region alles kann. Matic: Es geht nicht um eine schnelllebige Kampagne, sondern um Kontinuität – über Jahre hinweg. Mehr Aufmerksamkeit, mehr Selbstbewusstsein, mehr Profil – eine Initiative tritt an, die Stadt neu zu positionieren. Aachen ohne Limits möchte zeigen, welches Potenzial im Standort steckt. Foto: Place Branding Aachen e. V. 18 | BAD AACHEN 06/26
RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=