BAD AACHEN 06/2026

JUBILÄUM 6 | BAD AACHEN 06/26 Aus einer organisatorischen Bündelung entstand ein Netzwerk mit Strahlkraft. Irit Tirtey und Olaf Müller haben den Kulturbetrieb der Stadt Aachen maßgeblich geprägt. Sabine Rother hat sie getroffen. 20Jahre Kulturbetrieb der Stadt Aachen – Irit Tirtey, die kaufmännische Geschäftsführerin, seit 1982 im öffentlichen Dienst aktiv, Absolventin der Fachhochschule der Bundesfinanzverwaltung in Sigmaringen, und Olaf Müller, bis 2025 Leiter dieses Eigenbetriebs, können es kaum fassen. Inzwischen kann sich Müller, 1959 in Düren geboren, nach einer Buchhändlerlehre, Studium der Neueren Deutschen Literaturgeschichte, Philologie und Komparatistik an der RWTH, noch intensiver seiner Autorentätigkeit widmen; Schwerpunkt: regionale Krimis getragen von zeitgeschichtlicher Brisanz. Der zehnte Titel ist auf dem Markt. Was Müller schon länger als 20 Jahre ausgestaltet und mit großem Wissen prägt: das Rahmenprogramm zum Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen. Auch in diesem Jahr hat er sich zur Hinführung auf den Preisträger Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank 2011 bis 2019 sowie 2021 bis 2022 italienischer Ministerpräsident, wieder eine Menge einfallen lassen. Irit Tirtey hält dagegen die finanziellen Fäden in Händen, was sie bei Lena tom Dieck fortführt, seit März 2026 neue Leiterin des Kulturbetriebs. 2005/2006: Was sich anfangs in einem übersichtlichen Rahmen bewegte, wuchs. Die Verantwortlichkeiten nahmen zu, das Kulturelle in Aachen fächerte sich auf, zunehmend erlangte die freie Szene Struktur. 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gut 60 Honorarkräfte machten das aus, was man knapp Kulturbetrieb der Stadt Aachen nannte. „2005 hatte uns der Stadtrat den Auftrag erteilt, die Kultur zu bündeln, 2006 war der offizielle Start“, erklärt Irit Tirtey. Sie und Olaf Müller staunen noch heute, denn wo zunächst die Museen, das Alte Kurhaus, Stadtarchiv und Barockfabrik sowie das Veranstaltungsmanagement unter einem Dach zusammengeführt wurden, wurde die Liste in 20 Jahren immer länger. Während Irit Tirtey auf die Mittel blickte, lagen Ausgestaltung und Inhalte bei Olaf Müller und seinem Team, wobei seine vorherigen Zuständigkeiten weiterwirkten. „Im Bereich der Wirtschaftsförderung hatte ich zuvor als Schwerpunkte europäische Angelegenheiten, Städtepartnerschaften, Hochschulkontakte, euregionale Angelegenheiten und frühzeitig das Karlspreisrahmenprogramm“, erzählt Müller, der den Wissensdurst des Buchhändlers auf die jeweilige Veranstaltungsreihe vor dem Verleihungsdatum des Karlspreises überträgt: Was macht das Herkunftsland des Preisträgers, der Preisträgerin aus? Literatur? Kunst? Musik? Sprache? Traditionen und Entwicklungen? Dynamik & Flexibilität In den Anfangsjahren hatte der Kulturbetrieb sein Büro im Ludwig Forum für Internationale Kunst – eine besondere Inspiration, wie es Müller bis heute empfindet. „Wer wird schon täglich von Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Gerhard Richter begleitet“, lächelt er. Als dann das Finanzamt Aachen-Innenstadt von der Mozartstraße aus als Finanzamt Aachen-Stadt in den Neubau (2005 fertiggestellt) an der Krefelder Straße zieht, erlangt der Kulturbetrieb sein festes Domizil am Dreiräubereck. Knappe Einordnung? „Hochkreative Dynamik und Flexibilität“, sagt Müller spontan. „Die Geschäftsbereiche purzelten uns quasi zu.“ Stadtbibliothek und Musikschule sind dabei. Mit der Route Charlemagne, einer Wanderung durch die Historie Aachens, kommt ein Geschichtspfad als dezentrales Stadtmuseum mit Merkpunkten Eingespielt & erfolgreich: Irit Tirtey und Olaf Müller blicken zurück. Foto: Sabine Rother 20 Jahre Kultur für Aachen

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